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Lokalsport: Der Hüter des gepflegten Grüns

Lokalsport : Der Hüter des gepflegten Grüns

Peter Stappenbeck ist der Chef-Greenkeeper des Golfclubs Mettmann. Gemeinsam mit seinem Team sorgt er an sieben Tagen in der Woche für beste Bedingungen auf dem Platz.

Ratternd rumpelt der geländegänge Unimog über das gepflegte Grün. Gekonnt steuert Peter Stappenbeck das Fahrzeug über das hügelige Gelände des Golfclub Mettmann und grüßt ganz nebenbei zu den Sportlern an Loch zwei hinüber. Einer schlägt gerade seinen Ball aus dem Bunker heraus und lässt den Sand in einer kleinen Fontäne aufspritzen. "Dort unten spielt Philip Kaymer", sagt der Greenkeeper und deutet auf einen athletischen jungen Mann mit orangener Kappe, der in einiger Entfernung lässig an seinem Schläger lehnt.

Der Bruder des ehemaligen Weltranglisten-Ersten Martin Kaymer hält im Heimatverein der Familie den Platzrekord. "Er hat hier eine 68er Runde gespielt und das mit einer Amateurlizenz", sagt Peter Stappenbeck, und aus seinen Worten spricht unverhohlene Bewunderung. "Martin Kaymer schleicht sich immer mal wieder heimlich hier rein", erzählt der Greenkeeper. Er spielt selbst nicht, seine Welt ist der Rasen. "Ich habe mal angefangen, doch der Sport ist zu zeitintensiv für mich." Stattdessen kümmert er sich sich lieber darum, den Golfern des Clubs beste Bedingungen zu schaffen.

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In einem intensiven hellen Grün leuchtet leuchten die kurzgeschorenen jungen Halme im Sodengarten. Auf der leicht ansteigenden Fläche neben der großen Maschinenhalle wächst Gras in verschiedenen Längen. "Das habe ich hier angelegt, um unseren eigenen Fertigrasen zu züchten. Im Winter entstehen immer mal Schäden auf dem Platz, und dann nehmen wir hier die entsprechenden Flächen raus und setzen sie dort ein", sagt Peter Stappenberg. Stolz öffnet er anschließend die schwere Metalltür zu seinem Reich. Ein beißender Geruch nach Benzin und Öl dringt aus der Halle, die einen stattlichen Fuhrpark aus Maschinen für die Rasen- und Bunkerpflege birgt.

Die Fahrzeuge repariert und wartet Peter Stappenberg selbst. Der große, breitschultrige Chef über das Grün ist auf Umwegen zu seinem Beruf gekommen. "Ursprünglich habe ich Kfz-Mechaniker und Landmaschinen-Schlosser gelernt. Dann habe ich die Geräte eine Weile vertrieben, doch die Arbeit in der Natur reizt mich mehr." Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern häuft er während der Sommermonate rund 200 Überstunden an, die sie im Winter abbauen können. "Wir sind mit acht Leuten und haben 27 Grüns, die wir täglich mähen müssen. Die Vorgrüns sind dreimal in der Woche und vor jedem Turnier dran. Das geht nur im Sieben-Tage-Betrieb", betont der Fachmann und lässt seinen Blick über das weitläufige Gelände schweifen.

Das "Hardrough", wo die Halme dem Himmel entgegen wachsen dürfen, hat Peter Stappenberg stellenweise durch Blumen ersetzt. Als bunt getupfte Inseln ragen sie aus dem Grün heraus und wirken wie eine wahre Augenweide. "Rund einen Hektar haben wir im Frühjahr ausgesät und haben dafür von den Golfern viel Lob geerntet." Rundherum summen und brummen zahlreiche Insekten, die emsig von Blüte zu Blüte fliegen. Weitgehend unsichtbar sind dagegen die Edelkrebse, die seit einigen Jahren in den vielen Teichen der Anlage zu Hause sind. Nur einer sitzt träge in dem achteckigen Übergangsbecken und bewegt nur ab und zu seine grazilen Fühler. Über seinen Kopf schwimmen die flinken Moderlieschen hinweg. darüber plätschert die Sauerstoffpumpe.

"Die Tiere wollen wir in einen anderen Teich umsiedeln, deshalb sind sie vorübergehend hier", erklärt Peter Stappenbeck das ungewöhnliche Aquarium. "Die Moderlieschen fressen die Algen, und die Krebse sind in unseren neun Teichen so etwas wie die Gesundheitspolizei, denn sie fressen beispielsweise auch Aas. Wir waren damals die erste Anlage, die sie eingesetzt haben, und sie haben sich bei uns sehr gut vermehrt." Mit der bloßen Hand nach Golfbällen zu fischen, kann er allerdings nicht raten. "Taucher haben vor einiger Zeit 10 000 Bälle aus einem Teich herausgeholt", berichtet der Greenkeeper.

Inzwischen ist er mit seinem ratternden Unimog an Loch 18 angekommen. Er steigt aus und holt den Lochstecher aus Metall von der Ladefläche. In einiger Entfernung von der roten Fahne, die hinter ihm im Wind flattert, stanzt er ein neues Loch in das Grün. Dann wandert er mitsamt dem Rasenstück zum bisherigen Loch, entfernt die Fahne und setzt dort Erde samt Grün wieder ein. "Das wächst in den nächsten Tagen an." Anschließend setzt er den Kunststoffbecher in das neue Loch und steckt oben die weiße Fahne als Zeichen dafür auf, dass er das Loch nach vorne verlegt hat. Ratternd rumpelt er dann mit dem Unimog davon.

(domi)