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Fußball: "Der größte Schuldenbatzen ist abgebaut"

Fußball : "Der größte Schuldenbatzen ist abgebaut"

Seit acht Monaten hat der SV Hilden-Nord einen neuen Vorstand - und der hat schon einiges bewegt. Die wichtigste Aufgabe ist die finanzielle Sanierung. Jetzt plant der Verein bereits neue Projekte wie die Erweiterung des Vereinsheims.

Hilden Ende 2015 wählten die Mitglieder des SV Nord einen neuen Vorstand. Seit dem 15. Dezember ist Volker Neumann Vorsitzender des Vereins. Der 56-Jährige stellte sich eine neue Vorstandscrew zusammen, die beherzt die Aufgabe anpackte, dem Klub frische Strukturen zu geben. Der Abstieg der ersten Herrenmannschaft in die Fußball-Kreisliga B war allerdings nicht mehr zu vermeiden. Zudem drückte eine Schuldenlast von rund 20.000 Euro den Verein. Trotzdem blickt Volker Neumann zuversichtlich in die Zukunft.

Die finanzielle Lage des SV Nord war nicht rosig, als Sie das Amt des Vorsitzenden übernahmen. Wie sieht es inzwischen mit dem Schuldenabbau aus?

Neumann Die Finanzen sind komplett geklärt. Die Umsatzsteuer für die Jahre 2004 bis 2015 war offen, aber diese hohe Zahlung ist erledigt. Das war der größte Schuldenbatzen, aber wir haben in enger Kooperation mit dem Finanzamt alles geklärt. Wir arbeiten auch sehr gut mit der Sparkasse und den Stadtwerken - beides sind unsere Werbepartner - sowie der Stadt zusammen. Sportdezernent Reinhard Gatzke hat uns mit seinem Fachwissen geholfen, auf eine gute Basis zu kommen. Noch schreiben wir aber keine schwarzen Zahlen.

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Was tut sich sonst im Verein?

Neumann Wir wollen das Vereinsheim aufstocken. Den Bauplan haben wir schon und er ist bereits genehmigt. Das Dach im Zwischen-Trakt zu den Toiletten, der inzwischen in unseren Besitz übergangenen ist, muss sowieso erneuert werden. Nach Gesprächen mit dem Architekten wollen wir eine Wohnung und einen VIP-Raum oder Ähnliches draufsatteln - das ergibt eine zusätzliche Fläche von 200 Quadratmetern. Der Neubau soll noch dieses Jahr fertig werden.

Das Vereinsheim ist offenbar wieder geöffnet.

Neumann Das betreiben wir jetzt in Eigenregie - es ist also ein richtiges Vereinsheim. Auch die Pächter haben uns da eine kleine Baustelle hinterlassen, weil sie Verträge mit der Brauerei, die seit einem Freundschaftsspiel gegen Borussia Mönchengladbach bestanden, nicht wirklich erfüllt haben. Aber wir sind dabei, das zu regeln.

Es gibt ja eigentlich auch einen Kiosk im Neubau . . .

Neumann Der wird jetzt richtig genutzt, da wir ab dieser Saison die Meisterschaftsspiele immer auf dem Naturrasen austragen. Wir hatten gute Gespräche mit dem Grünflächenamt, das den Rasen entsprechend hegt und pflegt.

Welche Projekte gibt es noch?

Neumann Wir haben jetzt die Schlüsselgewalt über die Sporthalle an der Furtwänglerstraße, die nicht mehr für den Schulsport genutzt wird, da die Hauptschule geschlossen wurde. Deshalb ist die Sportanlage jetzt auch nicht mehr vormittags geöffnet, sondern erst ab dem Nachmittag. Für uns ist das eine große Erleichterung, da sich damit der Arbeitsaufwand verringert. Sonst mussten wir immer ab 11 Uhr jemanden abstellen - und so viel kann ein Verein gar nicht zahlen.

Wie entwickeln sich die Mitgliederzahlen?

Neumann Zurzeit haben wir rund 800 Mitglieder, davon sind 400 Fußballer. Die Zahl der Jugendteams konnten wir von zehn auf 13 erhöhen - die Tendenz ist also aufsteigend. Dazu haben wir eine Herrenmannschaft in der Kreisliga B. Das Frauen-Team mussten wir aus der Landesliga zurückziehen. Es ist zwar schade, aber wir arbeiten weiter daran, im nächsten Jahr wieder eine Damenmannschaft für die Bezirksliga auf die Beine zu stellen.

Wie sind die sportlichen Ziele?

Neumann Wir wollen uns in dieser Saison mit dem Herren-Team im oberen Tabellendrittel platzieren. Der Kader umfasst 27 Leute, der Altersdurchschnitt ist etwas über 21 Jahre. Das ist eine junge Mannschaft, die sich in den Vorbereitungsspielen gut verkauft hat. Stephan Krinke, der vorher die A-Jugend trainiert hat, formt ein Team. Der spricht die Sprache der Jungs, trifft den richtigen Ton und kommt an die Spieler heran. Alle ziehen mit - das hatten wir seit fünf oder sechs Jahren nicht mehr.

Wie fühlen Sie sich nach den ersten acht Monaten im neuen Amt?

Neumann Wir haben im ersten halben Jahr schon einiges bewegen können. In den zehn Jahren zuvor gab es Stillstand im Verein, die Mitgliederzahl schrumpfte und sportlich ging es runter. Jetzt kommen selbst die alten Norder, die sich abgemeldet hatten, wieder zurück. Wir wollen wirklich, dass sich die Leute im Verein wohlfühlen. Die Entwicklung der letzten Monate ist einfach toll.

(RP)