Das Wort Aufstieg ist nicht mehr tabu

Handball : Das Wort Aufstieg ist nicht mehr tabu

Michael Cisik, neuer Trainer des Frauen-Regionalligisten TB Wülfrath, ist genauso ehrgeizig wie sein Vorgänger Lars Faßbender. Bereits am Samstag wartet im DHB-Pokal die erste große Herausforderung auf seine neue Mannschaft.

Die Vorbereitung auf die Nordrheinliga ist noch nicht ganz abgeschlossen, da steht für die Handballerinnen des TB Wülfrath schon die erste Herausforderung an. In der vergangenen Saison trumpfte die Mannschaft unter Trainer Lars Faßbender nicht nur als Vizemeister auf, sondern setzte sich zudem im HVN-Pokal die Krone auf. Der Lohn: Die Qualifikation für die erste Runde im DHB-Pokal. Die Auslosung hielt einen durchaus attraktiven Gegner parat, denn am Samstag (Anpfiff 18 Uhr) kommt Zweitliga-Absteiger HSG Gedern Nidda in die Fliethe-Halle. Eine Partie auf Augenhöhe können die Zuschauer wohl nicht erwarten, auch wenn die TBW-Handballerinnen vor zwei Jahren selbst noch in der Dritten Liga spielten. Doch die Gäste bewiesen in der 2. Bundesliga mit sieben Siegen durchaus Stärke – zum Klassenerhalt reichte die Ausbeute allerdings nicht. „Die Favoritenrolle ist vergeben“, sagt Jörg Büngeler. Der Co-Trainer arbeitet seit dem Sommer an der Seite von Chefcoach Michael Cisik, der Erfolgstrainer Faßbender ablöste. Und der neue Coach zeigt sich nicht minder ehrgeizig, hofft, mit seiner Mannschaft vor guter Kulisse an einer Überraschung schnuppern zu können.

Anfang Juni stieg Michael Cisik, der zuvor den Liga-Rivalen TD Lank betreute, offiziell im Wülfrather Klub ein. Zugleich begann die intensive Vorbereitung der Handballerinnen auf die neue Spielzeit. „Wir stecken in den letzten Zügen“, berichtet der 48-Jährige, der sich nicht nur auf Vereinsebene, sondern auch in der Verbandsarbeit einen Namen machte. Nach einer Urlaubsphase nahm das TBW-Team vor drei Wochen die Übungsarbeit wieder auf, allerdings mit Hindernissen, da es die Fliethe-Halle während der Schulferien nicht nutzen konnte und in Kürze auch noch eine Sperre wegen Instandsetzungsarbeiten ansteht. „Die Situation ist nicht sehr professionell, aber wir müssen sie annehmen“, sagt Cisik. Immerhin hat der Verein Glück, dass die Handballer ihre Saisoneröffnungsfeier am Wochenende noch in der Fliethe-Halle durchziehen können – einschließlich der angesetzten Pokalspiele. So bestreitet das Herren-Team am Samstag um 15 Uhr im HVN-Pokalwettbewerb die Partie gegen den Verbandsliga-Konkurrenten und Oberliga-Absteiger SG Überruhr. Und für die Frauen steht am Sonntag noch das HVN-Duell gegen den Regionalliga-Konkurrenten SV Straelen an – Anpfiff ist um 12 Uhr.

Trainer Cisik muss mit seiner neuen Mannschaft also gleich zwei interessante Begegnungen meistern. Schlaflose Nächte bereitet ihm das nicht. „Ich bin schon etwas länger im Trainergeschäft“, betont er. Zugleich macht er aus seinen Ambitionen keinen Hehl. Vier Jahre lang betreute er das Lanker Frauen-Team, als die Anfrage aus Wülfrath kam. „Wir haben ein paar Ideen ausgetauscht, uns im Gespräch etwas näher kennengelernt“, berichtet er. Dann reifte der Entschluss zum Wechsel. „Die Bedingungen in Wülfrath scheinen mir gut“, sagt er und ergänzt: „Die Mannschaft hat einen guten Kader und ist konkurrenzfähig. Der TBW hat mehr Potential als Lank. Das Team hat eine gute Qualität, die Spielerinnen verstehen sich gut und haben einen starken Teamspirit“, führt Cisk, der als Lehrer an einer Düsseldorfer Gesamtschule arbeitet, aus. Und nicht minder wichtig: „Die Mannschaft hat mich sehr freundlich aufgenommen. Die Kommunikation stimmt.“

In puncto Zielsetzung hat Cisik klare Vorstellungen. „Wir wollen das Maximale herausholen und oben mitspielen“, erklärt er. Das taten die TBW-Handballerinen auch in der vergangenen Saison – allerdings erteilte der Verein ein Aufstiegsverbot. Das ist diesmal laut Cisik ganz anders. „Wir müssten unter den Top drei landen, allerdings hängt das von vielen Faktoren ab. Wir müssen erst mal schauen, wie die Saison startet.“ Gleichwohl habe er für einen möglichen Aufstieg grünes Licht seitens der Vereinsverantwortlichen bekommen. „Für mich ist das eine tolle Sache und auch ein Ansporn, gewisse Ziele zu erreichen“, konstatiert er.

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