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Lokalsport: Das französische Boule ist auch für Zuschauer interessant

Lokalsport : Das französische Boule ist auch für Zuschauer interessant

Petra Dedy hockt sich hin und schaut noch einmal konzentriert zu dem "Schweinchen" - so nennen Boulespieler die Zielkugel -, bevor sie mit einem lockeren Wurf ihre Kugel dahinter platziert. Sie reiste für das Turnier aus Bochum an und präsentiert stolz die Trainingsjacke, auf der der Name des Vereins "Diabolo Bochum" gedruckt ist. "Ich komme gerne zu diesem schönen Traditionsturnier nach Erkrath, denn die Leute hier sind sehr nett und Boule an sich macht einfach immer viel Spaß", erklärt die Sportlerin.

Am Maifeiertag trafen sich leidenschaftliche Boulespieler zum 31. Neandertal-Turnier des Cercle des Pétanqueurs Erkrath, um ihr Können unter Beweis zu stellen. Dabei meldeten sich 219 Aktive an, die in Dreier-Teams, sogenannten Tripletts, antraten. "Unser Turnier erfreut sich großer Beliebtheit. Spieler aus ganz Nordrhein-Westfalen, Belgien und den Niederlanden kommen zu uns, um gemeinsam Boule zu spielen.", berichtet Helmut Gerads. "Um dem Aufkommen gerecht zu werden, spielen wir nicht nur auf unseren Bouleplätzen, sondern auch auf den Wegen des anliegenden Parks. Dabei ist die Atmosphäre beim Boule spielen unter Bäumen besonders toll", erklärt der Vereinsvorsitzende.

Uwe Schmidt und Josef Lindemann sind Teil des Klubs und spielen jeden Morgen mit anderen Senioren Boule. "Ich habe gegenüber vom Platz gearbeitet und bin so auf den Verein aufmerksam geworden. Als ich dann in Rente ging, fing ich vor fünf Jahren selbst an zu spielen.", verrät Josef Lindemann. Auch Uwe Schmidt nutzt seine Freizeit zum Boule. "Besonders wichtig ist, dass man unabhängig von einer festen Gruppe ist. Man spielt mit denen, die da sind. Dabei geht es besonders um den Spaß, wobei wir natürlich alle unser Bestes geben", erklärt der Erkrather Rentner und Josef Lindemann fügt hinzu: "Die Kameradschaft und das freundschaftliche Zusammensein, das ist, was Boule ausmacht."

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Neben vielen älteren Teilnehmern machen aber auch Jüngere mit. Einer von ihnen ist Maurice Förster, der Mitglied im Viersener Pétanque Club ist. "Durch eine Verletzung beim Fußball war ich gezwungen, mir eine neue Sportart zu suchen. Im Internet bin ich dann auf den Sport gestoßen und spiele nun seit fünf Jahren Boule. Dabei nahm ich schon bei vielen Meisterschaften teil", berichtet der 16-Jährige.

Viele Passanten blieben am Wegrand stehen und beobachteten interessiert die Boulespieler. Auch das Ehepaar Hellerbach machte eine kleine Pause. "Wir wollten eigentlich mit dem Fahrrad zum Unterbacher See, aber als wir die vielen Leute im Park sahen, mussten wir kurz vorbeischauen. Es ist unglaublich, welche Massen Boule anzieht", staunt der Erkrather und seine Frau fügt schmunzelnd hinzu: "Wir selbst haben ein kleines Boulespiel für den Garten, aber das ist natürlich nicht so professionell, wie die hier."

(anze)