Caller Manfred Wahl leitet die Düssel Diver an

Tanzen: Square Dance ist ein geselliger Sport

In der Aula der Astrid-Lindgren-Grundschule steht Manfred Wahl auf einem Podest. Neben ihm steht ein Computer, er drückt auf eine Taste und im Saal ertönt ein Lied. Er hält ein Mikrofon in der Hand und als er zum Tanz aufruft, springen 32 Personen von ihren Plätzen. Manfred Wahl ist hier der „Caller“. Seinen Anweisungen ist Folge zu leisten.

Schnell finden sich Paare. Hand in Hand gehen diese in die Mitte der Aula, dann wiederum ergreift jedes von ihnen die nächst befindlichen Hände eines anderen Paares. Es entsteht ein riesiger runder Reigen. Der Kreis nimmt den Großteil der Aula ein. Unter der Anleitung von Manfred Wahl werden jetzt die ersten Formationen einstudiert. Denn es sind zehn Neulinge unter den Personen. Sie kennen Anweisungen wie „circle left“, „face your partner“ oder „swing through“ noch nicht. Hier geht es um „Square Dance“. Und heute Abend haben die Hildener „Düssel Diver“ zum Schnuppertanzen eingeladen.

Die Neulinge sind eingeweiht, dann wird es ernst: Je zwei Personen bilden die Ecke eines Quadrates. Da vor dem Podest von Manfred Wahl 32 Personen stehen, formen sich vier Quadrate aus je acht Personen. Was auch Wahl ins Mikrofon ruft – es wird umgesetzt. Die Tänzer drehen sich im Kreis oder um die eigene Achse; man geht schwungvoll aufeinander zu und schwingt wieder zurück. Und zwischen den vielen Formationen findet ein reger Partnertausch statt. Alles ist in Bewegung. Hände berühren sich, das Tanzbein wird geschwungen.

Manche Damen bemühen sich darum, ihre Petticoats in Bewegung zu halten. „Auffällige Kleidung gehört bei vielen Square-Tänzerinnen dazu“, erklärt Norbert Schmidt, Schriftführer der Düssel Diver. Einige Frauen tragen sogar Mieder um die Hüften geschnürt.

Männer und Frauen nehmen übrigens verschiedene Rollen beim Square Dance ein. Falls die Rechnung mit vier Frauen und vier Männern pro Quadrat nicht aufgeht, muss mitunter das Geschlecht vorübergehend gewechselt werden. Zwischendrin „callt“ Manfred Wahl nicht hinein, sondern singt den Text zur Karaoke-Version manches Liedes mit. Und als er eine Verschnaufpause einlegt, erzählt er von seiner Tätigkeit als Caller: „Ich bin studierter Mathematiker und daher hatte es mich immer gereizt, geometrische Figuren neu zusammenzusetzen.“ Die Tänzer wissen nie, welche Figuren er als nächstes ausrufen wird.

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Square Dance kann auf den ersten Blick spontan und intuitiv wirken, doch hat sich Manfred Wahl mindestens zwei Figuren im Voraus zurechtgelegt. „Die Bewegungsabläufe müssen so gewählt sein, dass am Ende bestenfalls jeder Fuß auf der Ursprungsstelle steht und in jeder Ecke des Quadrates die Paare wieder zueinanderfinden“, erklärt er.

Manfred Wahl, der als Software-Engineer in Langenfeld arbeitet, gehört den Düssel Divers seit 2010 an. Einige Jahre vorher legte er einen Lehrgang zum Caller ab. Hinter dem Tanz steckt eine weltweite Gemeinschaft. „Wer das Standard-Repertoire aus mehr als 60 Figuren beherrscht, kann im Ursprungsland Amerika, aber auch in jedem anderen Land beim Square Dance ohne Schwierigkeiten mitmachen“, erzählt Wahl.

Für Irene und Gabi, beide aus Langenfeld, war der heutige Square Dance-Abend eine Premiere. „Ich liebe Tanzen und ich liebe Bewegungen“, meint Irene und ihre Freundin Gabi fügt hinzu: „Und Bewegungen nach Musik machen uns besonders viel Freude.“ Beide Frauen finden es hochinteressant, dass Caller Manfred Wahl sie mit einem Repertoire von Tanzfiguren überrascht. Dies schule nebenbei auch die Aufmerksamkeit, pflichten die beiden Freundinnen bei. Auch Gisela Hetzel schnuppert zum ersten Mal rein und ist gleichsam angetan. „Ich habe die feste Absicht, ab September dann regelmäßig zu kommen“, sagt die Hildenerin.