Handball : Brisantes Derby

In der Handball-Verbandsliga trifft Aufsteiger Unitas auf Spitzenreiter TB Wülfrath. Während der TBW vor Selbstbewusstsein strotzt, sind die Haaner nach der Niederlage gegen das Schlusslicht HSV Dümpten frustriert.

Unitas Haan — TB Wülfrath. Die guten Nachrichten aus dem Unitas-Lager sind rar. Zum einen verlängerte der Handball-Verbandsligist Anfang der Woche vorzeitig die Verträge mit Trainer Jürgen Tiedermann und Co-Trainer Heiko Stuhl um zwei Jahre. Zum anderen kehrte Dennis Hahn nach langer Verletzungspause in den Trainings- und Spielbetrieb zurück und im Tor feierte Carsten Täubner sein Comeback. Ansonsten schauen Spieler und Verantwortliche eher verärgert auf den vergangenen Samstag, denn die Unitas ließ sich in der Partie gegen Schlusslicht Dümpten eine 14:8-Führung zur Pause noch aus der Hand nehmen und verlor mit 28:30. Für die Gastgeber war es die zweite Niederlage in Folge — und ausgerechnet jetzt ist Spitzenreiter Wülfrath zu Gast.

Zum Auftakt der Rückrunde sucht Jürgen Tiedermann dennoch nicht nach Entschuldigungen. Allen Beteiligten ist unerklärlich, wie die Haaner gegen Dümpten in der zweiten Halbzeit derart einbrechen konnten. Der Trainer spricht von einer desolaten Leistung und fordert bereits morgen (17.30 Uhr, Adlerstraße) Wiedergutmachung. Angesichts der nach wie angespannten personellen Situation macht Tiedermann seinen Spielern — "die gehen zum Teil auf dem Zahnfleisch" — jedoch keine Hoffnung auf Entlastung. Immerhin ist Raphael Kutz nach seinem Urlaub wieder im Aufgebot, während hinter Sebastian Meis und Patrick Davidovic noch Fragezeichen stehen.

Die Haaner sind in jedem Falle gewarnt. Und das nicht nur, weil die Hinrundenpartie mit 30:34 verloren ging. "Spieler wie Bodo Leckelt, Gordon Amuser, Patrick Vogt, David Horscht und Neuzugang Marcel Gerard sind im Angriff kaum auszuschalten", stellt Tiedermann anerkennend fest. Der Trainer weiß: Das Leistungstief in dem seine Mannschaft steckt, kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt. "Denn gerade jetzt trennt sich in der Liga die Spreu vom Weizen", sagt er.

Nach dem großartigen Erfolg beim Tabellenzweiten Kettwiger TV steht der TB Wülfrath unter Zugzwang. Trainer Jens Leiß bringt es auf den Punkt: "Haan ist heiß. Nach der Heimpleite gegen Dümpten geht es für die Gastgeber um fast alles. Bei einer weiteren Niederlage sind sie erst einmal aus dem Rennen. Wir müssen uns auf einen heißen Tanz einrichten." Leiß, mit Unitas-Trainer Jürgen Tiedermann privat gut befreundet, weiß, dass der Kollege seine Mannschaft gut einstellen kann. Seiner Ansicht nach muss Tiedermann sein Team nicht besonders motivieren: "Haan hat die letzten drei Spiele gegen uns verloren — auch in der Landesliga. Dieser Bann soll nun endlich gebrochen werden."

Trotz dieser Vorzeichen sieht Jens Leiß seine Mannschaft leicht im Vorteil: "Wir haben in Kettwig die wohl beste Leistung der Saison geboten. Meine Mannschaft hat einen super Lauf. Und wir sind durch Marcel Gerard noch schwerer auszurechnen. Auf dem Papier sind wir Favorit, gehen aber nicht hochnäsig an diese Aufgabe heran." Den Wülfrathern steht der komplette Kader zur Verfügung. Auch der in Kettwig leicht angeschlagene Bodo Leckelt läuft auf. Und wenn Spieler wie zum Beispiel David Horscht als Vollstrecker oder Gordon Amuser und Marco Krohm als Deckungsmitte ihre überragende Leistung aus der Partie in Kettwig wieder abrufen können, dürfte einem weiteren Erfolg für die Wülfrather nichts im Wege stehen.

(RP)
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