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Handball: "Brandbrief" an den Handballverband Niederrhein

Handball : "Brandbrief" an den Handballverband Niederrhein

Für Herbert Raddatz ist das Fass übergelaufen. "Durch die Schließung der Halle an der Adlerstraße ist nicht nur der Sportunterricht für die circa 900 Gymnasiasten erheblich eingeschränkt, sondern auch die Vereinssportler sind massiv davon betroffen", stellt der Vorsitzende des Haaner Sportverbandes fest. Und führte neben den Handballern der DJK Unitas Haan auch die Leichtathleten, Volleyballer und Basketballer des Haaner TV als Betroffene auf. Raddatz schickte deshalb einen "Brandbrief" an den Handballverband Niederrhein.

Laut Raddatz gibt es "mit der DJK Unitas, Haaner TV und TSV Gruiten drei besonders aktive Vereine, in denen der Handballsport in über 30 Mannschaften gepflegt wird". Diese Förderung erleide nun einen schweren Rückschlag, weil nach der Halle Steinkulle jetzt mit der Halle an der Adlerstraße bereits die zweite Dreifach-Halle als Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge dienen soll. Bei der Schließung der Steinkulle-Halle habe der Sportverband Haan "gemeinsam mit Schulen und Sportvereinen in einer knappen, jedoch ausreichenden Vorbereitungszeit eine enge, aber übereinstimmend gut verträgliche Hallenbelegung erreicht". Nun aber ist für Raddatz klar: "Mit der beschlossenen Schließung der zweiten Halle überschreiten wir unsere Möglichkeiten."

Weil zwei von drei Sporthallen nicht mehr zur Verfügung stehen, stellt Raddatz fest, "dass die Termine der Spielpläne nicht eingehalten werden können". Und er fügt hinzu: "Wir gehen davon aus, dass sich die Situation nicht vor dem Sommer 2016 ändern wird." Deshalb fordert er die Überprüfung, welche Vereine in welchen Klassen von Spielabsagen in den Kreisen oder im Verband betroffen sind. "Bei Spielabsagen müssen die Haaner Vereine eine Strafe zahlen, so dass sie noch zusätzlich bestraft werden", erklärt Raddatz. "Welche Möglichkeiten sieht der Handballverband, um einen geregelten und sportlich fairen Meisterschaftsbetrieb zu gewährleisten?", fragt er. Und gibt seiner Befürchtung Ausdruck, "dass der Handballsport in Haan einen gewaltigen Schaden nimmt. Wir werden Mitglieder verlieren und Mannschaften werden zerbröckeln." Jetzt wartet der Sportverband auf eine Antwort.

(RP)