Handball: Bor. Mönchengladbach: Anpfiff zum Aufstieg?

Handball : Bor. Mönchengladbach: Anpfiff zum Aufstieg?

MönchenglADbach Wenn sie da sind, ist Alarm in der Jahnhalle wie in der Nordkurve des Borussen-Parks. Die Mönchengladbacher Ultras zieht es gerne zum Betriebsausflug zu den Heimspielen der Handballer. Sind sie aber nicht da, kann es schon mal etwas gemütlicher werden in der Halle. Deshalb hat sich die Handballabteilung des Vereins als Erstes ein ganz eigenes Saisonziel gesetzt. "Wir wollen attraktive Heimspiele bieten und viele Leute in die Jahnhalle holen", erklärt der 2. Vorsitzende Bodo Grewe.

Zwei neue Linkshänder

Unter Umständen könnte das sportlich mit einer Spitzenposition in der Oberliga garniert werden. Denn Borussias Kader ist so stark wie seit Jahren nicht. Trainer Zoran Cutura ist es gelungen, mit den Linkshändern Daniel Koenen und Gerrit Stassen die rechte Seite zu verstärken. Nun sind die Gladbacher auf allen Positionen nahezu ausgeglichen besetzt. Daniel Koenen und Gerrit Stassen waren in den Verbandsliga- Spitzenklubs beim Vizemeister Tschft. Lürrip und Oberliga-Aufsteiger TV Lobberich Leistungsträger – und die absoluten Wunschspieler von Zoran Cutura. Da lässt sich auch der Abgang von Kämpfernatur Daniel Spix einigermaßen verkraften. Er ist der Einzige, der die Borussia verlassen hat. Selbst das Gladbacher Urgestein Martin Kuhlen traut sich nicht, mit dem Handball ein drittes Mal aufzuhören.

Dennoch hat Zoran Cutura vor dem Saisonstart Sorgen. Torwart René Mayeur hat sich schwer am Knie verletzt. Ein Meniskusschaden muss operativ behoben werden. "Ich rechne damit, dass er sechs bis sieben Wochen ausfallen wird", so der Gladbacher Coach. So bleibt Martin Becker, der früher auch bei der DJK Unitas Haan zwischen den Pfosten gestanden hatte, als einziger Torwart übrig. Für den Ernstfall setzt sich Andreas Kornberger auf die Bank.

Dennoch ist Zoran Cutura beinahe euphorisch nach der Vorbereitung: "Das ist die beste, die ich als Trainer bei Gladbach jemals erlebt habe." Er hat viel spielen lassen und auch an einem neuen Abwehr-System gearbeitet. Die 3-2-1-Formation mag der Trainer eigentlich nicht, dafür aber seine Spieler umso mehr. So wird künftig auch mal während der 60 Minuten stetig gewechselt – klappt dies reibungslos, zeichnet das eine Spitzenmannschaft aus.

In den Vorbereitungsbegegnungen lief es gut. Zuletzt gewannen die Gladbacher gegen Lürrip und den Drittligisten Bayer Uerdingen. "Aber das erste Meisterschaftsspiel ist etwas ganz anderes", mahnt Zoran Cutura. Das haben alle anderen in der Liga schon hinter sich, als Letzter steigt die Borussia in die 15er-Gruppe ein. Erste Überraschungen gab es bereits: Mit Hamborn und Aldekerk ließen zwei Top-Favoriten Punkte. Der TVA verlor schon sensationell mit 22:28 bei Mettmann-Sport – am Samstag (Anwurf 19.30 Uhr) erster Gegner der Gladbacher. Zoran Cutura ist sicher: "Die Oberliga wird spannend." Beste Voraussetzung für Attraktivität.

Der Kader – Torhüter: René Mayeur und Martin Becker (früher u.a. DJK Unitas Haan).

Feldspieler: Daniel Koenen, Sascha Ranftler, Tobias Elis, Gerrit Stassen. Tim Crone, Christoph Szymanski, Daniel Panitz, Oliver Berck, Bennet Johnen, Niko Merten, Martin Kuhlen, Aaron Bhar.

Neuzugänge: Daniel Koenen (Tschft. Lürrip), Gerrit Stassen (TV Lobberich)

Abgänge: Daniel Spix (TV Korschenbroich II).

Trainer: Zoran Cutura.

(RP)