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Billard: Fabrizio Ingrasci von der BSG Shooters Mettmann im Porträt

Porträt Fabrizio Ingrasci : Ausnahmetalent wieder in seinem Element

Der Elfjährige Fabrizio Ingrasci räumt beim Pool-Billard nicht nur regelmäßig die Kugeln auf dem Tisch ab, sondern auch einen Titel nach dem anderen. Nun gab es einen bei der Landesmeisterschaft der U15 und einen zweiten Platz bei der U17.

Fabrizio Ingrasci, das Ausnahmetalent der BSC Shooters Mettmann, hat sich – trotz mehrmonatiger Spielsperre wegen Corona – erneut zum U15-Landesmeister im 8-Ball gekrönt und nur knapp die Sensation bei der U17-Landesmeisterschaft im 14.1 verpasst. Das Ticket für die Deutsche Meisterschaft im kommenden Jahr ist ihm sicher. Darüber hinaus ist er aber auch mit seinem Team in die Bezirksliga aufgestiegen. Dem Elfjährigen scheint keine Hürde zu groß.

Bereits im vergangenen Jahr wurde Fabrizio vielfacher Landesmeister und hätte dieses Jahr im April bei den Deutschen Jugendmeisterschaften antreten sollen. „Die wurden aber zuerst wegen Corona verschoben und später ganz abgesagt“, berichtet Mutter Melanie Ingrasci. Als die Pandemie ausbrach und kurze Zeit darauf sämtliche Aktivitäten auf Eis gelegt wurden, musste auch Fabrizio seinen Queue in der Ecke stehen lassen. „Das war keine gute Zeit“, erinnert sich die Mutter. „Keine Schule, kein Billard, alles war verboten, und Fabrizio wurde von Tag zu Tag trauriger.“ Es habe ihren Sohn in den Fingern gejuckt, das habe sie deutlich gespürt. Zum Ausgleich sei er joggen gegangen, aber ausgefüllt wie das Billardspielen habe es ihn natürlich nicht. „Er hat sich in dieser Zeit viele Videos seines Vorbilds Joshua Filler angeschaut.“

Kaum war das Billardspielen Ende Mai, Anfang Juni wieder erlaubt, „war er nicht mehr vom Tisch wegzuholen“, erinnert sich Melanie Ingrasci. Viele Stunden habe er im Mettmanner Vereinsheim verbracht, wo die Mitglieder unter strengen Hygienevorschriften und ohne Publikum wieder spielen konnten. Relativ schnell habe Fabrizio auch zu alter Form gefunden. „Als klar war, dass die Landesmeisterschaft in Düren in diesem Jahr auf jeden Fall stattfinden würde, haben wir ihn eine Woche vorher bei einer bereits begonnenen Turnierserie angemeldet, um wieder Turnierluft zu schnuppern“, erklärt die Mutter. „Und was soll ich sagen: Obwohl Fabrizio nur die letzten zwei der insgesamt sechs Turniertage mitspielte hat er direkt den zweiten Platz gemacht.“

Bei der Landesmeisterschaft selbst aber übermannte den jungen Spieler die Aufregung. „Der Tag fing nicht so gut an, weil Fabrizio vor lauter Aufregung richtig schlecht war“, berichtet die Mutter. Der Elfjährige hatte sich als Minimalziel gesetzt, erneut den U15-Titel im 8-Ball zu gewinnen und auch bei den Älteren der U17 im 14.1 möglichst weit zu kommen. „In der U17 hat er nur mitgespielt, weil 14.1 nicht in der U15 angeboten wurde“, erklärt Melanie Ingrasci. Als ihr Sohn schließlich in beiden Kategorien und Disziplinen das Finale erreichte, war Fabrizio voller Adrenalin. „Der Vater hat ihn erst mal wieder beruhigt, damit er sich auf das Spiel konzentrieren konnte.“ Und der ehrgeizige Fabrizio lieferte ab. Seinen Gegner im 8-Ball der U15 besiegte er mühelos mit 4:0. „Selbst der Turnierleiter sagte, dass sein Gegner chancenlos gewesen sei.“ Im 14.1 scheiterte er dagegen knapp und verließ als Vizelandesmeister den sportlichen Wettkampf. Bei der nächsten Deutschen Jugendmeisterschaft im Januar nächsten Jahres will Fabrizio vorbereitet sein und im 9- und 10-Ball angreifen.

Bis dahin aber steht er auch vor einer anderen sportlichen Herausforderung: Mit Vater Guiseppe und Mutter Melanie und drei bis vier weiteren Vereinsmitgliedern spielt der Elfjährige im Team neuerdings auch in die Bezirksliga, in die sie kürzlich aufgestiegen sind. „Das wird spannend und aufregend“, prognostiziert Melanie Ingrasci. Am Samstag fing die neue Saison an, in der die neuen Kontrahenten möglicherweise das Ausnahmetalent der Mettmanner – wie eigentlich immer – erst einmal unterschätzen werden. „Wenn sie ihn sehen, belächeln sie ihn häufig, weil er so jung ist“, hat Ingrasci nun schon häufiger beobachtet. „Wenn er dann aber anfängt zu spielen, fällt ihnen die Kinnlade runter.“