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Fußball: Ausfall von Vincazovic schockt VfB 03

Fußball : Ausfall von Vincazovic schockt VfB 03

Auch in der neuen Saison verfolgt die Fußballer des VfB 03 Hilden das Verletzungspech. Abwehrkraft Emil Vincazovic zog sich einen Kreuzbandriss zu. Am Sonntag in Bocholt fehlen aber auch Gianluca de Meo und Manuel Schulz.

FC Bocholt - VfB 03 Hilden. Nach dem deutlichen Erfolg in der zweiten Runde des Niederrheinpokals könnten die Fußballer des VfB 03 zweifellos auf Wolke sieben schweben, doch die Realität sieht anders aus. Denn der 6:0-Sieg ist teuer bezahlt. Auf dem Naturrasen der DJK Teutonia St. Tönis fielen gleich zwei Spieler aus. Für Emil Vincazovic scheint die Saison vorzeitig beendet. Im Laufduell mit einem Teutonia-Fußballer blieb der Hildener im Rasen hängen, verdrehte sich dabei das Knie - die ärztliche Diagnose ist niederschmetternd: Das vordere Kreuzband ist gerissen, Außen- und Innenband sind ebenso lädiert wie Außen- und Innenmeniskus.

"Das ist noch viel schlimmer als befürchtet - da ist wirklich alles kaputt, was normalerweise nicht gleichzeitig passiert", seufzt Marcel Bastians. Der Trainer sah schon am Sonntag Unheil kommen, doch die Untersuchung mittels MRT übertraf die Befürchtungen um ein Vielfaches. Entsprechend gedrückt ist die Stimmung in der Mannschaft, die sich bereits am Sonntag auf dem Platz intensiv um den Kollegen kümmerte, ihn bis zum Krankenwagen begleitete. "Die Jungs haben das Spiel professionell noch gut zu Ende geführt", lobte Bastians. Der Trainer betont: "Das Verhalten auf dem Platz spricht für die Kameradschaft. Dieses Ereignis lässt uns noch mehr zusammenwachsen."

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Auch Gianluca de Meo fällt in den nächsten Begegnungen aus. Der Mittelfeldmann bekam einen Schlag aufs Knie, danach schwoll das Gelenk an. Von einem Trauma ist derzeit die Rede - eine vage Angabe, die dem 23-Jährigen nicht wirklich weiterhilft. Für Bastians ist jedoch klar: "Diese und nächste Woche kann er nichts machen. Wir müssen abwarten, wie sich das Ganze entwickelt und ob es noch eine genauere Diagnose gibt."

Hiobsbotschaften, die der Coach vor der nächsten englischen Woche gar nicht gebrauchen kann. Zumal auch Manuel Schulz aufgrund seines Muskelfaserrisses im Oberschenkel weiter ausfällt. Der Innenverteidiger absolviert zwar Reha-Maßnahmen und kann vielleicht heute Abend erstmals lockeres Lauftraining machen, doch ein Einsatz in der Meisterschaft kommt noch zu früh. "Es macht keinen Sinn, dass er in der englischen Woche wieder einsteigt. Wir wollen ihn erst wieder bringen, wenn er voll belastbar ist, sonst entwickelt sich daraus noch ein Muskelbündelriss", sagt Bastians. Aus der negativen Erfahrung heraus übt sich der Trainer nun lieber in Zurückhaltung. Auch wenn damit feststeht: "Im Moment haben wir ein Defensivproblem." Nach dem Ausfall von Vincazovic bieten sich für den Part in der Innenverteidigung noch Fabian zur Linden und Dominik Donath an. Oder vielleicht doch Sascha Dum? Eine Überlegung, die Bastians nicht mehr so weit fortschiebt wie noch vor einer Woche. Zumal sich der ExProfi in der Abwehrzentrale sicher besser auskennt als in der offensiven Rolle, die er zurzeit im VfBTeam ausfüllen soll.

Bevor eine Entscheidung fällt, will Bastians jedoch erst einmal das Abschlusstraining abwarten. "Das habe ich inzwischen gelernt, dass da immer noch einiges passieren kann", gesteht er. Der personellen Probleme ungeachtet lässt er an der Philosophie der Mannschaft jedoch keinen Zweifel. "Wir wollen jedes Spiel gewinnen", erklärt er. Und ergänzt: "Vielleicht müssen wir diesmal aber auch mit einem Punkt zufrieden sein." Klar ist in jedem Fall, dass am Sonntag (15 Uhr, Stölting-Arena, Am Hünting) eine Bocholter Truppe wartet, die nach durchwachsenem Start endlich ihr wahres Leistungsvermögen zeigen will. "Bocholt ist ein Schwergewicht, das wird eine Herkulesaufgabe", stellt der VfB-Trainer fest, verweist unter anderem auf Torwart-Neuzugang Maurice Schumacher und Rückkehrer Philipp Goris. Und dann ist da ja noch die klare Ansage von Manuel Jara vor Saisonbeginn - nach Rang drei in der Vorsaison macht der FC-Trainer aus seinen Aufstiegsambitionen keinen Hehl. Allerdings gibt es in dieser Spielzeit eine Parallele zur vergangenen Oberliga-Runde: Auch da legten die Bocholter einen mäßigen Start hin.

(RP)