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Aufsteiger TB Wülfrath hält noch Abstand

Handball : Aufsteiger TB Wülfrath hält noch Abstand

Seit Anfang Juni bereitet sich der Regionalliga-Meister auf die neue Saison vor. Wann die Dritte Frauen-Liga startet, hat der Deutsche Handball-Bund allerdings noch nicht terminiert.

Als Ende Mai der Aufstieg in die Dritte Liga endlich feststand, war der Jubel im Frauen-Team des TB Wülfrath groß. Von großen Feierlichkeiten mussten die Handballerinnen jedoch aufgrund der Corona-Krise zunächst einmal Abstand nehmen. Denn erst mit der Lockerung der Schutzmaßnahmen war ein Wiedersehen möglich. In der vergangenen Woche kam dann aber doch noch die rechte Stimmung beim Restaurantbesuch auf. „Das ist eine Mannschaft, die sich nicht herunterziehen lässt“, konstatiert Michael Cisik stolz angesichts der Freude der Spielerinnen, die Anfang Juni mit der Vorbereitung auf die neue Saison begonnen haben – und allen Einschränkungen zum Trotz mit viel Spaß bei der Sache sind.

Auch Chefcoach Cisik demonstriert in diesen Wochen die notwendige Gelassenheit. „Eigentlich wollte ich mit meiner Familie in Frankreich Urlaub machen, aber wir haben alles abgesagt und bleiben diesmal zu Hause“, berichtet er und stellt fest: „Dadurch habe ich jetzt genug Zeit für Handball.“ Gemeinsam mit Co-Trainer Jörg Büngeler arbeitet er an einem abwechslungsreichen Übungsprogramm.

16 Akteurinnen umfasst der Kader für die neue Saison. Dabei hält sich die Fluktuation in Grenzen, denn mit Jasmin Sander, die von Fortuna Düsseldorf nach Wülfrath wechselt, und Xhana Djokovic aus der A-Jugend des TV Aldekerk gibt es lediglich zwei Neuzugänge. Die Verpflichtung einer dritten Spielerin, die das Trainergespann noch auf dem Zettel hatte, kam nicht zustande. „Es hat einfach nicht gepasst“, sagt Cisik.

In der Hochzeit der Corona-Krise machten die TBW-Handballerinnen erst einmal Pause, nahmen Anfang Juni dann wieder das Training auf. Die ersten Einheiten gingen allerdings im Stadion am Erbacher Berg über die Bühne. Zweimal die Woche stand Laufen auf dem Plan, am dritten Tag arbeiteten die Spielerinnen individuell und in Eigenverantwortung. Vor gut zwei Wochen ging es dann endlich wieder in die Fliethe-Halle – unter Corona-Regeln wohlgemerkt. „Wir stehen nur zu zehnt in der Halle, teilen die Mannschaft in Gruppen auf. Den klassischen Handballer-Alltag gibt es noch nicht“, erklärt Cisik. Erstmals waren da wieder handball-spezifische Übungen im Programm, dazu trainierten die TBW-Frauen weiterhin einmal individuell, sei es im Stadion oder Fitnessstudio. Nicht immer hat das Trainergespann in diesen Wochen den gesamten Kader zur Verfügung. „Es ist immer etwas Bewegung drin, manchmal fehlt jemand aus beruflichen Gründen, ein anderes Mal ist eine Spielerin im Urlaub“, berichtet Cisik. Eines ist aber sicher: Der Spaßfaktor ist groß.

Wie lange die Vorbereitung auf die nächste Meisterschaftsrunde dauert? Darauf kann Michael Cisik aktuell keine fundierte Antwort geben. Denn gerade erst ergaben sich die letzten Änderungen bezüglich der Mannschaftsmeldungen für die Dritte Frauen-Liga. Die endgültige Einteilung der vier Gruppen erwartet der TBW-Coach bis Ende Juli. „Wir nehmen es so an, wie es ist“, betont er und ergänzt: „Wir freuen uns einfach, dass wir dabei sind.“ Weil sich der Saisonstart in den höheren Handball-Klassen bis Oktober hinziehen kann, kündigt Cisik an: „Es wird auch mal eine Phase geben, in der wir etwas weniger machen und das Tempo rausnehmen.“ Zumal sein Team zuletzt sehr konzentriert intensive Laufeinheiten meisterte.

Im Training mit dem Ball richtet sich der Fokus dagegen mehr auf die sogenannten „Basics“, also die Grundlagenarbeit. „Wir wollten langsam wieder Ballgefühl bekommen, haben taktisch noch gar nicht gearbeitet“, verrät Cisik. Damit will das Trainergespann erst Anfang August richtig loslegen. In Abwehr und Angriff wollen die Wülfratherinnen in Zukunft offensive Akzente setzen. „Wir wollen taktisch variabler werden und die Spielerinnen sollen auch andere Positionen ausprobieren, um flexibler zu werden.“

Die ersten Freundschaftsspiele sind terminiert, allerdings schränkt Cisik ein: „Wir halten uns sehr zurück, denn wir wissen noch gar nicht, ob wir sie wirklich durchführen können.“ Die Ungewissheit, wie sich die Corona-Pandemie in den nächsten Wochen entwickelt, erschwert in diesen Wochen die sportliche Planung. Doch Michael Cisik berichtet auch von Erfolgserlebnissen. „Langsam sieht es wieder wie Handball aus“, erzählt er lachend von den ersten Einheiten in der Fliethe-Halle.

An Arbeit mangelt es gleichwohl nicht, denn das Trainergespann führt aktuell viele Gespräche mit den Spielerinnen, um Stärken und Schwächen auszuloten. Noch ist die Runde nicht ganz abgeschlossen, fest steht aber, dass die Handballerinnen im August konzentriert an den individuellen Fähigkeiten arbeiten wollen. Ist es schwierig, in der Corona-Zeit die Motivation aufrechtzuerhalten? „Keineswegs. Die Mannschaft ist einfach pflegeleicht. Trotz der dämlichen Situation sind Lockerheit und Spaß vorhanden. Wir lachen viel – die Stimmung ist nach wie vor hervorragend“, stellt Cisik fest – und ein wenig Stolz schwingt zwischen den Worten mit. Ganz offenkundig bereitet der Job in Wülfrath dem Sportlehrer viel Freude: „Das ist ein ziemlicher Selbstläufer, denn das ist eine echt tolle Truppe.“