Handball: Auch Mettmann hat jetzt „seinen“ Savonis

Handball : Auch Mettmann hat jetzt „seinen“ Savonis

Der Sohn der Torwartlegende hütet jetzt das Tor des Handball-Oberligisten.

Bei dem Namen Savonis erinnern sich die hiesigen Handballfans an einen ganz besonderen Torwart. Der litauische Hühne hütete über zehn Jahre die Tore in der Region. Mit der HSG Düsseldorf stieg Almantas Savonis, der von vielen nur Alma genannt wird, in das Handball-Oberhaus auf. Beim TuS Wermelskirchen, dem TV Korschenbroich und dem VfL Eintracht Hagen machte er mit seinen Paraden jeweils in der 3. Liga auf sich aufmerksam. Dabei war der 130-malige litauische Nationalspieler nie ein Mann vieler Worte. Er fiel vielmehr durch seinen starren Blick, die tiefblauen Augen und unzählige Paraden auf. In allen Mannschaften entwickelte sich Alma schnell zum Leistungsträger und Publikumsliebling. Als „ehrgeizig“ und einen „absoluten Kämpfer“ beschrieb sich der 1,95m große Ex-Profitorwart stets selbst, der im kommenden Jahr seinen 50. Geburtstag feiert und 2015 seine Handballschuhe nach einer langen erfolgreichen Karriere an den Nagel hängte. Auch die Zuschauer des Oberligisten Mettmann-Sport können seit wenigen Wochen einen Savonis bei seinen Paraden zwischen den Pfosten beklatschen: Seit Juni des vergangenen Jahres ist Martynas Savonis bei den Handballern von ME-Sport angekommen.

Der in Düsseldorf wohnende Sohn von Alma feierte jetzt beim Heimsieg gegen die favorisierte HG Remscheid Mitte Februar seinen Einstand. Die Hausherren waren damals personell erheblich geschwächt, gewannen aber auch dank einiger Savonis-Paraden überraschend mit 33:27. „Nachdem sich Jan Sippli aufgrund seiner Verletzung für den Rest der Saison abgemeldet hat, hatten wir auf dieser Position dringend Bedarf“, sagt ME-Sport-Trainer Jürgen Tiedermann – und er freut sich, mit dem ehrgeizigen jungen Savonis diese Lücke direkt schließen zu können.

Wie sein Vater kann auch der Filius bereits internationale Erfahrungen vorweisen. Mit der U-21-Nationalmannschaft verpasste der mittlerweile 22-Jährige im Januar vor zwei Jahren knapp die WM-Teilnahme. Nach Siegen gegen Serbien und Griechenland musste sich die litauische Nachwuchsauswahl gegen Island geschlagen geben. „Das waren tolle Erfahrungen, die ich nie vergessen werde“, erzählt der in Kroatien geborene Anlagenmechaniker. Dabei hat sich ein Ereignis noch tiefer in sein Gedächtnis eingebrannt. „Ich durfte 2015 bei einem Freundschaftsspiel der Nationalmannschaft gegen Ägypten mitspielen“, sagt der junge Nachwuchstorwart und er erinnert sich gerne an die Partie zurück: „Mit Weltklassespielern und Champions League Teilnehmern auf der Platte zu stehen, war unglaublich.“

Dabei spielte Martynas früher zuerst Fußball: „Bei einem Spiel meines Vaters hat es mich dann gepackt und ich bin zum Handball gewechselt. Dort begann er in der B-Jugend der HSG Düsseldorf, ehe er in die Bundesliga-A-Jugend der SG Ratingen ging. Über Borussia Mönchengladbach kam Savonis zu Mettmann-Sport. Ob Martynas eine ähnliche Karriere wie Alma machen wird, ist fraglich. Zu groß sind die Fußstapfen des erfolgreichen Vaters. An Ehrgeiz fehlt es ihm aber nicht: „Ich möchte mich weiterentwickeln und möglichst erfolgreich Handball spielen.“

Auch sein aktueller Trainer ist von seinem neuen Torwart überzeugt. „Sein Vater war sicher ein Ausnahmespieler. Aber auch Martynas wird seinen Weg erfolgreich gehen“, glaubt Tiedermann. Die nächste Möglichkeit hat Savonis zwischen den Pfosten von Mettmann-Sport am Samstag um 17.30 Uhr. Dann gibt sein Ex-Verein Borussia Mönchengladbach seine Visitenkarte im Herrenhaus ab. Klar: ME-Sport will gegen den Sechsten gewinnen, um seinen dritten Tabellenplatz zu untermauern.

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