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Mettmann: Atatürk hat den Bezirksliga-Gipfel im Blick

Mettmann : Atatürk hat den Bezirksliga-Gipfel im Blick

Die Mettmanner Fußballer bieten im Spitzenduell gegen den TV Dabringhausen eine überzeugende Vorstellung. Die Mannschaft von Michael Lucas will in dieser Saison den Sprung in die Landesliga schaffen. Am Sonntag kommt es zum Derby gegen den Aufsteiger SC Neandertal.

Die Begegnung zwischen dem Bezirksliga-Zweiten Atatürk und dem bisherigen Vierten TV Dabringhausen erfüllte die Erwartungen der Zuschauer. Das Spiel fand in einem entsprechenden äußeren Rahmen statt. Der in dieser Saison überraschend starke Aufsteiger aus dem Bergischen Land hat viel Kredit bei seinen Zuschauern. Daher reisten die Dabringhausener Fans mit einem Fanbus in die Kreisstadt. Weil auch Atatürk seine Anhänger mobilisieren konnte, war schon vor dem Anpfiff eine Menge los auf der Anlage am Heinrich-Heine-Gymnasium.

Da beide Teams darauf bedacht waren, zu punkten und so den Anschluss an den Spitzenreiter SSVg Velbert U 23 zu halten, wollte keiner ein frühes Gegentor kassieren. Eine der wenigen Strafraumszenen führte dann durch Marc Eilenberger zur 1:0-Führung der Gastgeber (35.). Im zweiten Durchgang nahm das Niveau der Partie zu. Dabringhausen drängte auf den Ausgleich, während Atatürk mit einem weiteren Treffer den Kurs Richtung Heimsieg festzurren wollte. Dieses Tor gelang in der 75. Minute Kazim Karafil. Verlassen konnten sich die Mettmanner erneut auf Torjäger Samet Akarsu. Der bereitete nicht nur den Treffer von Karafil vor, sondern markierte per Foulelfmeter auch das 3:0. Der Ehrentreffer der Gäste in der Nachspielzeit war da nur Ergebniskosmetik.

"Meine Mannschaft hat sich an die taktische Vorgabe gehalten und wurde zu Recht dafür belohnt", betont Michael Lucas. "Jetzt sind wir nur noch einen Punkt hinter dem Spitzenreiter. Unser Ziel Aufstieg in die Landesliga rückt immer näher in den Fokus", so der selbstbewusste Atatürk-Trainier. Er ist sich aber der Schwere der Aufgabe bewusst. "Wir haben gerade einmal zwölf Spieltage absolviert. Die Saison ist lang — da kann noch eine Menge passieren."

Das Selbstbewusstsein des sonst eher zurückhaltenden Atatürk-Coaches scheint sich auf die Mannschaft zu übertragen. Außer bei der einzigen Niederlage beim SC Velbert II gewannen die Mettmanner alle Spiele. Zusammen mit der SSVg Velbert hat Atatürk mit 38 Treffern bislang die meisten Tore der Liga erzielt. Davon markierte allein Samet Akarsu genau die Hälfte — nämlich 19. Eine beeindruckende Bilanz des Angreifers. Dem Vorstand kann man zu der Verpflichtung des Torjägers nur gratulieren.

Aber nicht nur die Offensivbilanz ist beeindruckend. Die Mettmanner kassierten mit acht Gegentreffern auch die wenigsten der Bezirksliga. War früher die Defensive die Achillesferse, so hatten Vorstand und Trainer mit der Verpflichtung der Innenverteidiger Adam Wojtaszek und Emre Tosun eine glückliche Hand.

"Unseren Vorteil sehe ich besonders darin, dass wir einen großen und vor allem ausgeglichenen Kader haben. Fast alle Positionen sind doppelt besetzt", nennt Michael Lucas einen wichtigen Grund für den Höhenflug der Mettmanner. Aufgabe des Trainers ist es, die Auswechselspieler, die zumeist über gute Qualität verfügen, bei Laune zu halten. "Wir haben eine gute Stimmung im Kader. Da ist es kein Problem, mal einen oder mehrere so genannte Stammspieler auf die Bank zu setzen. Alle wissen, dass letztlich nur der Erfolg des gesamten Teams zählt", hebt Lucas die Kameradschaft hervor.

Die wichtige Begegnung gegen den TV Dabringhausen hat er bereits abgehakt. Seinen Blick richtet Lucas auf das Lokalduell am Sonntag beim SCB Neandertal. Dieser Begegnung fiebern viele Mettmanner Fans entgegen. Es ist ja auch 19 lange Jahre her, dass es in Mettmann ein Bezirksliga-Derby gab. Damals spielten der Mettmanner SC und der TSV Metzkausen gegeneinander. Beide Vereine gibt es nach mehreren Fusionen in der Kreisstadt nicht mehr. Im Gegensatz zu vielen Mettmannern geht Michael Lucas ziemlich emotionslos in die Begegnung. "Auch bei einem Derby werden nur drei Punkte vergeben", stellt er nüchtern fest.

(klm)