Fußball : ASV Mettmann träumt von neuen Erfolgen

Der größte Verein der Kreishauptstadt spielt nur in der Bezirksliga. Ob die Fußballer das diese Saison ändern?

Die letzten Aufgaben haben die Bezirksliga-Fußballer des ASV Mettmann souverän gelöst. Belohnt wurden die spielerisch und kämpferisch überzeugenden Auftritte mit sieben ungeschlagenen Spielen in Folge. Auch an der Tabelle ist diese Erfolgsserie ablesbar. Punktgleich mit Spitzenreiter SC Reusrath gehören die Mettmanner als Tabellenzweiter zu den Anwärtern auf den Aufstieg - für den ASV wäre es der direkte Wiederaufstieg in die Landesliga. Der nicht gerade verwöhnten Mettmanner Fußballszene wäre der Aufstieg zu gönnen, denn es ist schon recht mager, dass in einer Kreisstadt mit knapp 40.000 Einwohnern nur ein Fußball-Bezirksligist beheimatet ist und die anderen zwei Fußballvereine in den Niederungen der Kreisliga B herumkrebsen.

Dabei verfügt der ASV Mettmann über ein tolles Sportzentrum mit zwei Kunstrasenplätzen, das auch höherklassigen Fußball gut vertragen könnte. Zumal es im Kreis Mettmann mehrere Städte gibt, bei denen die Fußballklubs sogar in der Oberliga Niederrhein spielen. Da ist dann die Hauptstadt des Kreises eher Fußball-Provinz. Da passt es, dass die Zuschauer auf der weitläufigen Sportanlage „Auf dem Pfennig“ seit mehr als einem Jahr nicht über Aufstellungen und Spielstände informiert werden können, da die Verwaltung der Stadt Mettmann es nicht zulässt, dass ein Stadionsprecher – wie es früher der Fall war - die Fans per Mikrofonanlage informiert. Dies ist in den Nachbarstädten üblich (siehe beispielweise Sportpark Lhoist in Wülfrath).

Die Anlage des ASV, die auch der B-Ligist FC Mettmann 08 nutzt, liegt weit außerhalb des Stadtzentrums in einer ruhigen Lage - da kann eigentlich keiner der wenigen im Umfeld wohnenden Bürger beim sonntäglichen Mittagsschlaf groß gestört werden. Stadionsprecher Ralf Armes betont jedenfalls regelmäßig, dass er gern wieder sein Amt ausüben würde. Vielleicht findet die Verwaltung um Bürgermeister Thomas Dinkelmann, der bekanntlich recht sportbegeistert ist, eine zufriedenstellende Lösung des Problems, das möglichst allen Seiten gerecht wird.

Am Sonntag hat der ASV keine Probleme mit Stadiondurchsagen: Da geht es für die Mettmanner zum SC Sonnborn (14.30 Uhr in Wuppertal). Obwohl die Sonnborner im unteren Tabellendrittel rangieren dürfte die Aufgabe für den Favoriten aus der Kreisstadt nicht einfach werden. Die Begegnung könnte eine Art spannungsgeladenes Derby werden, denn in den Reihen der Wuppertaler spielen mehrere Akteure, die früher für den ASV aufliefen und auch in Mettmann wohnen. Zudem hat vor kurzem Meher Siala dort das Traineramt übernommen, der zuvor den ASV trainierte.

Die Mannschaften und Verantwortlichen kennen sich gut und Maik Franke rechnet mit echter Derbystimmung im Sonnborner Hafen. „Wir haben keinen Grund, die Gastgeber, die als Vorletzter mit dem Rücke zur Wand stehen, zu unterschätzen. Wir hatten aber zuletzt einen Riesenlauf, der das Selbstbewusstsein und das Selbstvertrauen meiner Jungs sicherlich gestärkt haben dürfte. Wir wollen weiter in der Tabelle oben mitmischen, da wollen wir unbedingt in Sonnborn punkten“, hofft der ehrgeizige ASV-Coach auf einen Sieg.

Zudem dürfte ein Erfolg die gute Stimmung beim ASV weiter festigen. „Das mit der Stimmung hat nur einen kleinen Haken“, sagt Franke schmunzelnd. „Die Jungs können nicht so toll feiern wie wir früher. Wenn wir damals in der Tabelle oben standen, ging im Vereinsheim die Post ab. Da haben unsere Spieler noch einigen Nachholbedarf.“

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