Handball: Abstiegskandidat ärgert Haaner Ligaprimus

Handball : Abstiegskandidat ärgert Haaner Ligaprimus

Beim Auswärtsspiel gegen den abstiegsbedrohten SV Neukirchen musste sich die Unitas Haan in die Partie zurück kämpfen.

Die DJK Unitas Haan hält sich beim SV Neukirchen schadlos, kann aber nicht an die Glanzleistung aus der Vorwoche im Spitzenspiel gegen die HG Remscheid anknüpfen. Als „dreckigen Sieg“ beschrieb Unitas-Trainer Kai Müller nach Abpfiff das 28:25; den 14. Saisonsieg seiner Mannschaft: „Am Ende war es verdient. Aber es war ein ganz schönes Stück Arbeit.“ Dabei sah es in der Anfangsphase nicht danach aus.

In der Vorwoche noch nahezu fehlerfrei agierend, startete der Spitzenreiter am Niederrhein sehr zerfahren in die Partie: „Uns fehlte von Anfang an die Leichtigkeit, haben uns immer wieder schwergetan und die falschen Entscheidungen getroffen“, sagte Teamchef Müller, der sah, wie seine Mannschaft nach zwölf Minuten mit 7:3 im Hintertreffen lag. Er reagierte und nahm darauf seine erste Auszeit.

Wirkung zeigten Müllers Worte in dieser Phase der Partie jedoch noch nicht. Angetrieben von dem abermals überragenden Thomas Pannen spielten sich die Hausherren in einen Rausch und bauten die Führung aus. Drei Pannen-Tore in Folge sorgten für die zwischenzeitliche 10:5-Führung (18. Spielminute) für die akut abstiegsbedrohten Gastgeber.

Allerdings musste der SV Neukirchen der rasanten Anfangsphase Tribut zollen: Der Kräfteverschleiß machte sich bemerkbar, sodass die Gäste Tor um Tor aufholten. Die erfolgreichen Abschlüsse von Domagoj Golec und Lennard Austrupp sicherten das 13:13-Unentschieden zur Halbzeitpause. Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich die Partie zu einem offenen Schlagabtausch. Besonders Pannen und der wie so oft ebenso starke Phillipp Peich stellte die Unitas-Abwehr wie im Hinspiel vor erhebliche Probleme.

Erst in der 44. Spielminute wurde der Ligaprimus seiner Favoritenrolle gerecht und erzielte durch den starken Moritz Blau das 20:18 aus Haaner Sicht. Es war insgesamt die beste Phase der Unitas, die Halbzeit übergreifend einen 10:19-Lauf hinlegte. Angeführt vom erfahrenen Blau, der neben seinen acht Toren auch durch zahlreiche gute Anspiele auffiel, drehten die Gäste das Spiel. „Es war sicherlich unsere beste Phase in einer insgesamt von unserer Seite her schwach geführten Partie“, fasste Müller das Geschehen realistisch zusammen, machte seiner Mannschaft dabei aber keinen Vorwurf: „So etwas kommt vor. Man darf nicht vergessen, wie jung viele Spieler sind. Wichtig ist, dass wir die zwei Punkte haben.“

Vielleicht wäre die Partie kurz vor dem Abpfiff noch einmal spannend geworden: Als Andre Brehmer, nachdem er seinen ersten Siebenmeter sicher im Unitas Tor untergebracht hatte, beim Spielstand von 25:27 Nerven zeigte und verwarf, bogen die Gäste endgültig auf die Siegerstraße.

Die anschließende Auszeit und den Schlusspunkt durch das dritte Tor von Raphael Korbmacher für die Farben der Haaner Gäste waren nicht mehr spielentscheidend. „Es gab in dieser Saison bereits Spiele, in denen wir ähnlich agiert und am Ende nicht als Sieger die Halle verlassen haben. Umso glücklicher bin ich über die Punkte“, sagte Müller, dessen Mannschaft weiter mit zwei Punkte Vorsprung von der Tabellenspitze der Oberliga grüßt.

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