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4. Eignerbachlauf: Sportler laufen den Corona-Sorgen davon

4. Eignerbachlauf : Sportler laufen den Corona-Sorgen davon

Die vierte Auflage des Eignerbachlaufs überrascht trotz kurzer Vorbereitung mit einem neuen Teilnehmerrekord. Weit über 300 Läufer, so viele wie noch nie, starteten von der Milchstraße bergabwärts hinein in das Naherholungsgebiet.

Corona hat Spuren hinterlassen. Für den ASV Tönisheide, Ausrichter des Eignerbachlaufs, allerdings erfreulich positive, wie sich am Sonntag zeigte. Denn noch nie hatten mehr Menschen Lust, hier beim Laufen gegeneinander anzutreten. Ein Motiv könnte die lange Isolation der vergangenen Monate sein, aus der sich die gut 320 Teilnehmer, Kinder und Erwachsene diesmal gemeinsam befreien wollen.

Zehn-Kilometer unfallfrei zu bestehen, haben sich Eduard Wolmann (39), Robin Fritsche (28) und Jürgen Schöddert (62) bei ihrem ersten gemeinsamen Lauf vorgenommen. Die drei Arbeitskollegen, die im Velberter Metallverarbeitungsunternehmen „Stero“ zusammenarbeiten, wollten sich auch mal auf sportlicher Bühne anderen Teams stellen und wählten dafür den Eignerbachlauf. Für Fritsche und Wolmann eine Premiere, für Schöddert hingegen fast schon Tradition. Im Gegensatz zu seinen zwei Teamkollegen kennt der 62-Jährige, der wöchentlich zehn Kilometer läuft, die Tücken im Naherholungsgebiet.

„Es gibt zwei größere Anstiege, auf die man mit seinen Kraftreserven vorbereitet sein sollte“, rät der erfahrene Läufer. Wo sich die Steigungen befinden, will Wolmann gar nicht wissen, sagt er schmunzelnd. „Daran denke ich lieber nicht, sonst bin ich schon vorher aus der Puste.“ Trainiert hatte bislang jeder für sich – zum einen coronabedingt, zum anderen aber auch, weil die drei Arbeitskollegen jeweils in einer anderen Stadt wohnen. Gut vorbereitet und bestens aufgelegt fühlen sie sich kurz vor dem Start dennoch. Fritsches persönliches Ziel ist es, die zehn Kilometer unter 48 Minuten zu laufen, Wolmann will einfach ankommen, um sein Hauptziel, 500 Kilometer im Jahr zu absolvieren, zu schaffen. „Ich laufe jeden Sonntag zehn Kilometer, um auf meine Gesamtkilometer zu kommen. Der Eignerbachlauf ist so gesehen mein Sonntagslauf“, äußert der 39-Jährige.

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Kurz vor dem Startschuss zum Zehn-Kilometer-Lauf füllt sich die Milchstraße vor dem großen aufblasbaren Torbogen mit laufwilligen Männern und Frauen unterschiedlichsten Alters. Mit fast 170 Teilnehmern ist es das größte Starterfeld an diesem Vormittag, nachdem bereits 60 Kinder und Jugendliche ihre 1,5 Kilometer erfolgreich überstanden haben. Knapp 100 weitere Läufer teilen sich in den beiden übrigen Disziplinen Walking und Fünf-Kilometerlauf auf. Die Anspannung im Starterfeld ist spürbar. Einige haben Kopfhörer auf, die anderen traben schonmal auf der Stelle. Links und rechts wünschen sich die Teilnehmer „Hals und Beinbruch“. Fritsche und Wolmann haben sich relativ weit vorne positioniert, während Schöddert es im gemächlicheren Tempos ruhiger angehen will. Der Countdown läuft, der Startschuss fällt und das Peloton setzt sich in Bewegung.

Für Sven Timmermann, einen der Organisatoren, ist der vierte Eignerbachlauf ein voller Erfolg. Denn eigentlich, verrät der Leiter des Vit-Fitness- und Gesundheitszentrums, dem angeschlossenen Fitnesscenter des ASV Tönisheide, war der Lauf zum wiederholten Male abgesagt. Doch die Lockerungen der vergangenen Woche ließen die Verantwortlichen von Verein und Vit aufatmen und in Windeseile, dank des Einsatzes von hauptamtlichen Kräften, konnte der Lauf binnen weniger Wochen doch noch auf die Beine gestellt werden.

„Wir verzeichnen sogar einen neuen Teilnehmerrekord über 300 Läufer“, berichtet Timmermann und schätzt: „Ohne Corona wären es in diesem Jahr vermutlich doppelt so viele gewesen.“ Diesen Schritt wollen sie im kommenden Jahr wagen, hoffentlich nach vollends überstandener Pandemie. Timmermann sagt: „Ich denke, wir könnten im kommenden Jahr bis zu 800 Läufer packen.“