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1. FC Wülfrath und Michael Massenberg träumen von der Oberliga

Fußball : 1. FC Wülfrath will hoch hinaus

Der Bezirksliga-Spitzenreiter hat zwei namhafte Fußballer verpflichtet: den oberliga-erfahrenen Torjäger Jannik Weber und den Abwehr-Allrounder Frederik Streit vom Landesligisten FC Remscheid. Vorsitzender Michael Massenberg träumt von der Oberliga und will zeitnah mit Trainer Sebastian Saufhaus über eine Vertragsverlängerung reden.

Recht entspannt gab sich Michael Massenberg, als er auf die vergangenen Monate zurückblickte. „Es macht wieder richtig Spaß. Vorsitzender des 1. FC Wülfrath zu sein. Derzeit läuft es im Verein mit unseren rund 500 Mitgliedern wirklich gut. Es herrscht eine tolle Stimmung im Klub. Das wurde auch bei der Jahreshauptversammlung kürzlich deutlich.“ Massenberg wies darauf hin, dass der gesamte Vorstand en bloc mit deutlicher Mehrheit wiedergewählt wurde und geschlossen in seine mittlerweile dritte Amtsperiode geht.

Beim FCW wird der Vorstand grundsätzlich für zwei Jahre gewählt. Massenberg wird weiterhin den Verein führen, während Dirk Koslat sich erneut bereiterklärte, das Amt des Zweiten Vorsitzenden zu übernehmen. Auch Geschäftsführerin Elke Tesic bleibt weiter dabei. „Wir drei ergänzen uns gut und bilden ein eingespieltes Team. Natürlich finden wir durch die anderen Vorstandskollegen große Unterstützung“, betont Massenberg.

Er ist aber nicht nur der Vereins-Chef, sondern übt gleichzeitig das wichtige Amt des Schatzmeisters aus. „Das ist für mich eine ganz wichtige Funktion, da die Kasse im Verein stimmen muss.“ Er erinnert daran, dass er bei der Übernahme des Vorsitzes vor gut 25 Jahren eine deutlich defizitäre Bilanz vorgefunden habe. „Es war damals mein vorrangiges Ziel, den FCW wieder in finanziell ruhigeres Fahrwasser zu führen.“ Die Prioritäten waren damals klar verteilt: Zunächst sollte wieder ein stetiger Überschuss erwirtschaftet werden, um danach auch sportlich Akzente setzen zu können. „Das ist gelungen, und unser FCW hat in seiner Entwicklung wichtige Schritte nach vorn gemacht.“ Der Vereinsboss gibt aber zu bedenken, dass die sportliche Bilanz der vergangenen Jahre noch besser hätte ausfallen können. „Der Abstieg vor drei Jahren aus der Landes- in die Bezirksliga hat mir wehgetan. Jetzt hoffe ich, dass wir am Ende der Saison wieder den Sprung zurück in die Landesliga schaffen.“

Dass der Vorsitzende, Schatzmeister und Hauptsponsor in einer Person weiterhin von der Oberliga träumt, ist bekannt. Wenn sich der FCW nach der Winterpause nicht selbst ein Bein stellt, müsste es mit dem Aufstieg in die Landesliga klappen, denn die Wülfrather, die derzeit die Bezirksliga-Tabelle anführen, holten sich mit fünf Punkten Vorsprung die Herbstmeisterschaft und gehen auch als Spitzenreiter in die Winterpause. Massenberg ist selbst der Auffassung, dass der 1. FC Wülfrath gute Chancen auf den Aufstieg hat, hebt aber mahnend den Finger. „Wir haben im weiteren Verlauf der Rückserie noch eine Menge Spiele zu bestreiten. Da kann noch viel passieren.“

Und die Verantwortlichen des Spitzenreiters waren auch kurz vor dem Weihnachtsfest am Transfermarkt nicht untätig und verpflichteten zwei sehr interessante Spieler. Vom Oberligisten TVD Velbert stößt der erfahrene Stürmer Jannik Weber (28) zum FCW. Mit Frederik Streit vom Landesligisten FC Remscheid holten Massenberg und Trainer Sebastian Saufhaus einen Abwehr-Allrounder an den Lhoist-Sportpark. Weber wurde mehr als 200 Mal in der Oberliga eingesetzt. Der Torjäger lief für den VfB Hilden, Sportfreunde Baumberg und zuletzt für den Oberliga-Aufsteiger TVD Velbert auf. Streit verfügt über eine gute fußballerische Ausbildung. Der 23-Jährige spielte in der Jugend-Bundesliga für Bayer Leverkusen und den Wuppertaler SV. Vor seinem Wechsel zum FC Remscheid stand er bei Westfalia Herne unter Vertrag. „Beide Spieler waren trotz verschiedener Angebote von anderen Klubs von den in guter Atmosphäre geführten Vertragsgesprächen mit dem FCW überzeugt und gaben eine Zusage bis zum 30. Juni 2021“, berichtet Massenberg. Er und Saufhaus gehen davon aus, dass beide Zugänge mit ihrer Erfahrung und ihrem guten Charakter eine Bereicherung für den Bezirksliga-Kader sein werden. „Sie erhöhen zudem den Konkurrenzkampf im Aufgebot in den weiteren Begegnungen der Rückrunde“, unterstreicht Massenberg.

Das bisher erfolgreiche Abschneiden seines Teams führt der FCW-Macher besonders auf Saufhaus zurück. „Für mich ein überragender Trainer, von dem ich hoffe, dass er uns noch lange erhalten bleibt.“ Der Vertrag des Coaches läuft aber am 30. Juni 2020 aus. „Ich habe bisher noch nicht über eine Verlängerung mit Sebastian gesprochen. Das werde ich aber demnächst in Angriff nehmen. Wir als Vorstand wollen diesen qualifizierten Coach unbedingt halten. Ich weiß, dass sich Sebastian bei uns wohlfühlt. Das könnte die Vertragsgespräche deutlich erleichtern.“ Der FCW-Chef schließt weitere Kader-Veränderungen nicht aus: „Das hängt auch davon ab, ob uns Spieler verlassen. Es kommt in der Winterpause des Öfteren vor, dass Fußballer den Klub wechseln, weil sie beispielsweise bisher zu wenig Einsatzzeiten hatten. Das ist ein ganz normaler Vorgang.“

Hinsichtlich der großzügigen Anlage am Lhoist-Sportpark glaubt Massenberg, dass der FCW mit der geplanten einjährigen Verschiebung der Sanierung des Kunstrasenplatzes 1 (Ausweichplatz, wenn der FCW den Naturrasenplatz nicht nutzen kann) gut leben kann. „Wir werden das eine Jahr noch auf dem sanierungsbedürftigen Kunstrasen spielen und trainieren können.“