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1. FC Wülfrath: Statt Aufstiegsfeier Spende für zwei Kliniken

Fußball : Statt Aufstiegsfeier Spende für zwei Kliniken

In der Corona-Krise denken Michael Massenberg, Vorsitzender des 1. FC Wülfrath, und seine Tochter Michaela nicht nur an Fußball. Sie spenden einen Betrag, den sie eigentlich für die Aufstiegsfeier ihres Klubs nutzen wollten, nun an die Helios-Klinik in Velbert und das Evangelische Krankenhaus in Mettmann.

Im Frühjahr dieses Jahres sind die Fußballer des 1. FC Wülfrath in die Landesliga aufgestiegen. Der Aufstieg sollte mit einer großen Feier gewürdigt werden. Doch dies verhinderte die Corona-Pandemie.

„Der Vorstand hatte schon alles genau geplant. Den langersehnten Sprung von der Bezirks- in die Landesliga wollten wir mit unseren treuen Fans, den Mitgliedern, den Sponsoren und den Wülfrather Bürgern mit einer zünftigen Feier in den Wülfrather Innenstadt würdigen. Die Gastronomie war informiert und freute sich auf ein tolles Fest. Für mich persönlich war ein Traum in Erfüllung gegangen“, berichtet Michael Massenberg, der seit 25 Jahren Vorsitzender des traditionsreichen 1. FC Wülfrath ist. Massenberg führt weiter aus: „Den Verein wollte ich nicht mit den Kosten für die Aufstiegsfeier belasten, sondern als einer der Hauptsponsoren die entsprechenden Aufwendungen übernehmen. Da die Feier ausfallen musste, haben meine Tochter Michaela und ich als Geschäftsführer und Gesellschafter des Unternehmens MTC Metallhandel GmbH eine Alternative gesucht und haben uns entschlossen, statt der Übernahme der Aufstiegsfeierkosten eine Spende von je 1500 Euro an die Helios Klinik in Velbert und an das Evangelische Krankenhaus in Mettmann zu leisten.“

Der FCW-Vorsitzende macht deutlich, dass die Spendenbeträge als Dankeschön für den enormen Einsatz der Ärzte und des Pflegepersonals in dieser schwierigen Zeit der Pandemie gedacht ist. „Leider hat Wülfrath seit vielen Jahren kein eigenes Krankenhaus mehr, so dass die Wülfrather Bürger und Bürgerinnen im Krankheitsfall auf die Kliniken in den Nachbarstädten angewiesen sind“, erläutert Michaela Massenberg. Die charmante großzügige Spenderin ist ein glühender Fan des FCW.

Ihr Vater und „Macher“ des FCW beschäftigt sich derzeit damit, wie es mit der Landesliga-Saison im kommenden Jahr weitergehen wird. „Vom Verband kommen da kaum nähere Signale, was aber nachvollziehbar ist. Keiner weiß angesichts der derzeitigen alarmierenden Zahlen, wann überhaupt wieder an Amateurfußball zu denken ist. Ich bin da ganz realistisch und schließe es nicht aus, dass eventuell die Saison gar nicht zu Ende gespielt werden kann.“

Extrem werde es sicherlich in der Oberliga-Niederrhein, da in dieser Spielklasse 23 Mannschaften am Start sind. Massenberg betont, dass es für die Amateur-Klubs nicht einfach sei, den aktuell wegen Corona ruhenden Trainings- und Spielbetrieb finanziell zu bewältigen. „Während gewisse fixe und laufende Kosten weiterlaufen, stehen dem fast keine Einnahmen gegenüber. Neben den Eintrittsgeldern fallen unter anderem Erträge aus dem Catering weg“, erläutert er und betont: „ Zum Glück haben bei uns die Sponsoren noch keinen Rückzug gemacht und stehen zu ihren Zusagen. Auch die Mitglieder haben bisher dem Verein trotz fehlenden Angebotes nicht den Rücken gekehrt, so dass wir weiterhin mit den Beiträgen kalkulieren können.“

Eine der wichtigen Ausgabepositionen sind für den Verein die Aufwandsentschädigungen für die Spieler des Landesliga-Kaders sowie die Trainer und Übungsleiter im Senioren- und- Jugendbereich. „Der Coach unseres Landesliga-Teams ist uns sehr entgegengekommen und hat einem Gehaltsverzicht zugestimmt. Auch unsere Spieler haben überwiegend Verständnis für die derzeitige besondere Situation gezeigt und Abstriche bei den Aufwandsentschädigen gemacht“, erzählt Michael Massenberg. Er fügt hinzu, dass dies mit den Betroffenen in einer vernünftigen Art und Weise kommuniziert werden sollte und das auch rechtzeitig erfolgen muss. „Wir haben da klaren Wein eingeschenkt“, sagt er.

Der Vorsitzende sorgt sich aber auch um den Nachwuchsbereich seines Klubs. „Für die Kinder und Jugendlichen ist es recht schwer, nicht auf dem Sportplatz stehen zu können. Auch für die Familien ist es ungewohnt, dass die jungen Fußballer fast den ganzen Tag zu Hause verbringen müssen.“ Mindestens bis zum 10. Januar 2021 wird sich an dieser Situation jedoch nichts ändern.