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Erkrath: Spedition fordert eine Lösung

Erkrath : Spedition fordert eine Lösung

Im Januar erteilte die Stadtverwaltung der Firma Safram die Genehmigung, in das Gewerbegebiet in Unterfeldhaus zu ziehen. Nun soll sich das Unternehmen jedoch einen neuen Standort suchen. Es droht eine Klage.

An einen Schildbürgerstreich dachte der Geschäftsführer von Safram, Ulrich Meier, als er Mitte Mai von einem Beschluss des Erkrather Stadtrates erfuhr. Sein Speditionsunternehmen sei "formell illegal" im Gewerbegebiet Unterfeldhaus. Die Konsequenz: Safram soll sich um einen neuen Standort bemühen, nach nur drei Monaten an der Max-Planck-Straße.

Anfang 2012 kam Ulrich Meier mit Christoph Kleine, Besitzer des Grundstücks, ins Gespräch, denn Meier suchte für sein Erkrather Unternehmen eine verkehrsgünstigere Lage. "Die Stadtverwaltung gab uns die Auskunft, dass die Genehmigung für den Betrieb einer Spedition für das Gewerbegrundstück weiterhin bestehe", sagt Kleine. Für rund 250 000 Euro modernisierte der Eigentümer die Immobilie, weitere 50 000 Euro investierte Safram. Bereits 1971 siedelte sich die Spedition Kleine im damals neu erschlossene Gewerbegebiet in Erkrath an und nutzte die Logostikimmobilie bis 1997.

Das Rechtsgutachten

Als Safram eingezogen war, wandten sich Anwohner an die Stadt und klagten über Lärmbelästigung. Die Bauaufsichtsbehörde hatte die Umsiedlung genehmigt, doch der Stadtrat folgte dem Ruf der Bürger und stellte die Entscheidung der Verwaltung in Frage. Weil die Immobilie seit mehreren Jahren nicht von einer Speditionsfirma genutzt wurde, hätte eine neue Genehmigung eingeholt werden müssen, so die Begründung. Bürgermeister Arno Werner hält das für richtig: "Um die Streitfrage zu klären, habe ich Anfang März einen unabhängigen Juristen eingeschaltet, der ein Gutachten anfertigte", sagt er. Das Gutachten gibt dem Rat Recht. Für Meier und Kleine ist das Verhalten von Politik und Verwaltung aufgrund von Anwohnerbeschwerden unverständlich. "An- und abfahrende Lkw sind auch ohne Safram hier, und das Unternehmen verzichtet im Gegensatz zu uns früher auf den Nachtbetrieb", sagt Kleine, der für weitere Kompromisse offen ist. Er wünsche sich einen runden Tisch mit Anwohnern, Politik und Unternehmen, der von Seiten der Stadt aber nicht zustande kommen wird.

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Stadt erwartet Rechtsstreit

"Wir werden keine Einigung finden", ist sich Werner sicher. Auf den Rechtsstreit mit Kleine und Meier habe er sich schon eingestellt. Sollte Safram tatsächlich als unzulässig erklärt werden, droht dem Unternehmen nach Angaben von Kleine und Meier ein Schaden von mindestens 1,3 Millionen Euro. "Die Stadt würde Gewerbesteuern in Höhe von 125 000 Euro verlieren, die Kosten durch Gerichtsverfahren lägen im hohen fünfstelligen Bereich", erklärt Kleine.

(esc)