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„Sorgt euch nicht“!? - auch in Zeiten von Corona?

Geistliches Wort aus Mettmann : „Sorgt euch nicht“!? – Gedanken in der Corona-Krise

Treibt Euch nicht selbst in die Verzweiflung, das könnte eine Anregung von Jesus für die heutige Zeit sein.

Doch, ich sorge mich! Um mich selbst und um Andere! Und ich kenne keinen, der das in diesen Tagen nicht tut. Da sind Eltern in der Sorge um Ihren Arbeitsplatz und die Unterbringung ihrer Kinder. Da sind Geschäftsleute in der Sorge um ihre berufliche Existenz. Da sind ältere und gesundheitlich vorbelastete Menschen. Da sind nahezu alle in Notfalldiensten, in Kliniken und Heimeinrichtungen Beschäftigten. Was soll also diese Aufforderung aus der Bibel (Mt 6, 25)? Und trotzdem möchte ich sie nicht einfach als weltfremd oder naiv abtun.

Ich mache bei mir durchaus gegenteilige Beobachtungen angesichts der sich täglich überschlagenden neuen Meldungen über die Ausbreitung des Covid-19-Virus. Mit der weltweiten Pandemie gehen ja weitreichende Einschränkungen in der persönlichen Lebensführung einher. Ich stelle fest, dass mich der Gedanke an das eigene „Ungeschützt-sein“, an die „Armseligkeit“ meiner Existenz, meine Endlichkeit und Sterblichkeit innerlich sehr konkret packt! Das ist sonst nicht immer so. Grundsätzlich bin ich ein sehr lebens- und hoffnungsfroher Typ.

Mir fällt auch auf, dass ich „innerlicher“ werde. Ich betrachte geistliche Texte ruhiger und bewusster. Auch der Roman, den ich gerade lese („Unit 8200“ des israelischen Autors Dov Alfon) lässt mich öfter in Gedanken innehalten, als Lektüre vorher, obwohl das auch tolle Buchtitel waren. Das hängt, so meine ich, nicht nur mit der Zeit zusammen, die ich nun freier zur Verfügung habe. Und dann fällt mir auf, dass sich Kommunikation verändert hat, hier in meiner Nachbarschaft oder auch am Telefon und in privaten Mails, die ich erhalte. Irgendwie substanzieller, persönlicher, auch ehrlicher. Das höre ich erstaunlicherweise auch von Anderen. Und dann regen mich die „Hamsterkäufer“ auf, die Panik machen, weil sie „bunkern“, als stünde der Atomkrieg bevor. Auch die machen sich Sorgen, ja! Aber, sie lassen sich von der Fixierung auf mögliche Einschränkungen in der Versorgung (nicht Alles zu jeder Zeit ausreichend konsumieren zu können) wegreißen und machen damit anderen Probleme, die vor leer geräumten Regalen stehen. Sorgt euch nicht maßlos! Treibt euch nicht selbst in die Verzweiflung! So könnte es Jesus auch gemeint haben für die Menschen   s e i n e r    Zeit. Und gewiss hat er auch aus seinem Glauben an den gütigen Vater keinen Hehl gemacht: Gott wird uns nie im Stich lassen, was auch immer wir erleben und durchmachen müssen. Dieses Vertrauen wünsche ich uns!

(RP)