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Mettmann/Erkrath: So klingt das Wochenende

Mettmann/Erkrath : So klingt das Wochenende

Am Samstag gibt es zwei große Konzerte: In Mettmann hat das Stadtorchester Premiere, in Erkrath feiern der Frauenchor und sein Partnerchor "Boucle d' Oise" aus Cergy-Pontoise ihre Freundschaft - mit Mozart.

Das Stadtorchester Mettmann, das Ende des vergangenen Jahres neu gegründet wurde, lädt für Samstag um 18 Uhr in die Neandertalhalle zu seinem ersten Frühjahrskonzert ein. Für diese große Premiere des neuen Ensembles gibt es noch Karten.

Dirigent Michael Gilcher hat bei der Auswahl der Stücke versucht, das breite Spektrum der symphonischen Blasmusik abzudecken. Mit einigen Stücken, etwa einem Medley aus dem Musical "Die Schöne und das Biest", spielen die Hobbymusiker sehr anspruchsvolle Werke.

Gilcher und seine 13-jährige Tochter Kimberly, die im Orchester Klarinette spielt, werden als Gesangsduo mit Karel Gotts Schlager "Fang das Licht" auftreten. Darüber hinaus sollen bekannte Melodien wie "Georgia on my mind", berühmte Filmmelodien von Ennio Morricone, aber auch der ein oder andere Marsch erklingen.

Mit dem Konzert knüpft das Stadtorchester an die Tradition der Blaskapelle Mettmann an, die vier erfolgreiche Frühjahrskonzerte in der Stadthalle gespielt hat. Die Musiker der Blaskapelle der St. Sebastianus Schützenbruderschaft hatten sich Ende des vergangenen Jahres zu einem Verein zusammengeschlossen. Mit dem Schritt in die "musikalische Selbstständigkeit" wurde ein langgehegter Wunsch der Musiker erfüllt, aus der Blaskapelle ein symphonisches Orchester zu formen. Dennoch wird das Stadtorchester auch weiterhin die Schützen sowie viele Brauchtumsveranstaltungen in der Stadt musikalisch begleiten.

Schon kurz nach der Vereinsgründung erlebte das Stadtorchester einen großen Zulauf von Musikern. "Mittlerweile haben wir mehr als 45 Mitglieder", freut sich der 1. Vorsitzende Andreas Kranz. Dadurch hat das Klangvolumen des Orchesters deutlich gewonnen. Aber nicht nur der Ton des Ensembles ist kräftiger und voller geworden. "Auch die Qualität ist in den vergangenen Jahren enorm verbessert worden", betont Kranz, der selbst die Tuba bläst. Diese neue Qualität möchte das Orchester am 5. Mai unter Beweis stellen.

Karten gibt es im Vorverkauf für zehn Euro im Bürgerbüro im Rathaus, Neanderstraße 85, bei Lederwaren Bergemann, Freiheitstraße 13, sowie bei den Musikern. An der Abendkasse kosten die Tickets zwölf Euro.

Ebenfalls am Samstag hat der Erkrather Frauenchor eine großen Auftritt, und zwar nicht allein: Die Damen erwarten den Chor Boucle d'Oise aus der französischen Partnergemeinde Cergy-Pontoise. Gemeinsam gesungen wird um 20 Uhr in der katholischen Kirche St. Johannes der Täufer an der Kreuzstraße in Alt-Erkrath das große Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart.

Der Projektchor des Frauenchors wird dabei unterstützt von Sängern des Männerchors Erkrath und Gastsängern. Das Werk ist eine Herausforderung, 80 Seiten umfasst die Partitur. Um auch wirklich ganz in die Musik eintauchen zu können und die Vorbereitung zu erleichtern, wurde jedem Sänger eine Hör-CD seiner Stimme zur Verfügung gestellt. Geprobt wurde jeden Samstag von 10 bis 13 Uhr.

Beide Chöre üben getrennt - der eine in Cergy, der andere in Erkrath. Die Leiterinnen Marie-Aude Gerardin und Elisabeth Fleger haben die Tempi (Geschwindigkeiten) abgestimmt, damit bei der gemeinsamen Generalprobe am morgigen Samstagvormittag auch wirklich in einer Stimme gesungen wird.

Große Anspannung - vor allem für die zwei Dirigentinnen - wird trotzdem bis zur letzten Minute vor dem Auftritt herrschen, denn die Beteiligten müssen sich in kürzester Zeit aufeinander einstimmen und einstellen. Gut ist nur, dass sich die Sänger schon seit beinahe 20 Jahre kennen. Zwar treffen sie sich ausschließlich zu diesem Chorprojekt, aber das um so intensiver.

Zudem schlafen die französischen Gäste alle bei den Erkrather Frauenchor-Gastgebern. Allerdings nur für eine Nacht, denn am Sonntag fahren die 42 Franzosen schon wieder nach Hause.

Elfmal sind die Erkrather und die Sänger aus Cergy seit 2000 hin und her gefahren. Und elf Mal haben sie diesen besonderen Austausch erleben dürfen. Es ist die Musik, die verbindet, die zusammenführt, selbst wenn man die Sprache des Anderen nicht versteht. Besondere finanzielle Unterstützung erfährt der Frauenchor Erkrath für diese Begegnung in diesem Jahr aus dem städtischen Haushalt. 1000 Euro plus fünf Euro für jeden französischen Gast kündigte Bürgermeister Christoph Schultz an. Er freue sich, diese lebendige Städtepartnerschaft unterstützen zu können. Doch sind weitere Aktivitäten zwischen den Partnerstädten Cergy-Pontoise und auch West-Lancashire erst einmal auf Eis gelegt, sagt der Bürgermeister, denn weder in Frankreich noch in England habe man zur Zeit Geld für Austauschprojekte.

Monika Krüger, Vorsitzende des Frauenchors Erkrath, ist dankbar für die Unterstützung - auch von Kreissparkasse Düsseldorf und den Stadtwerken Erkrath. Denn es gilt, nicht nur die französischen Gäste zu bewirten, sondern auch das 26-köpfige Orchester und die vier Solisten für das Konzert zu bezahlen. An der Orgel spielt Mathias Baumeister, der Kantor der katholischen Kirche, der den Frauenchor seit jeher bei seinen Konzerten begleitet.

320 Plätze stehen in der katholischen Kirche zur Verfügung. Der Eintritt kostet 13 Euro. Karten gibt es im Kulturamt, bei Lotto-Toto-Müller und bei allen Sängern.

(RP)