Erkrath: Sie haben Spaß am Verkauf

Erkrath : Sie haben Spaß am Verkauf

Seit vier Jahren gibt es den Secondhand-Laden des Sozialdienstes katholischer Frauen und Männer in Sandheide.2007 leisteten 40 Ehrenamtliche 6500 Stunden unentgeltliche Arbeit. Es werden weitere Kräfte gebraucht.

Das schmucke Designer-Brautkleid (Größe 40) ist für 150 Euro ein echtes Schnäppchen. Es ist aber mit Abstand das teuerste Angebot im Secondhand-Laden Sandheide, der am 1. März vier Jahre alt wird. „Unser oberstes Ziel ist es, das Geschäft wie einen Textilladen zu führen“, sagt Johannes Hoffmann, der für den Sozialdienst katholischer Frauen und Männer als Betreiber des Ladens die Werbetrommel rührt. So können die Kunden wie in einem der großen Bekleidungshäuser in Düsseldorf zwischen T-Shirts wühlen und einen Blazer nach dem anderen in der Kabine anprobieren.

Viele helfen wenige Stunden

Der Secondhand-Laden des SKFM am Sandheider Markt kennt keine Rezession. Ohne das ehrenamtliche Engagement von derzeit 35 Frauen und fünf Männern könnte er freilich nicht betrieben werden. Im Prinzip gilt: möglichst viele Menschen sollen möglichst wenige Stunden arbeiten. „Der Laden war bisher kein einziges Mal wegen Krankheit geschlossen“, erklärt Rüdiger Faust vom Leitungsteam, dem außerdem Beatrix Reuter, Christa Riddering, Karla Fischer, Heike Kominatzki und Antje Thelen angehören. Der Bedarf an gebrauchten, gut erhaltenen Kleidungsstücken ist groß. Einmal wurde der Laden bereits vergrößert, weitere Expansion ist im nächsten Jahr geplant. Vor diesem Hintergrund werden in Hochdahl dringend weitere Helfer gesucht.

Heike Kominatzki ist von Anfang an dabei. Sie wollte nicht mehr nur Hausfrau und Mutter sein, bringt ihre Kreativität in die Arbeit ein und hat Freundschaften unter der Helfercrew geschlossen. „Der Spaß steht für mich im Vordergrund“, sagt sie. Claudia Peffer (36), Mutter von sechs Kindern zwischen 7 und 17 Jahren, kommt nur einmal vormittags. Und Helga Schmitter, die bislang ehrenamtlich bei der Awo oder der DLRG gearbeitet hat, kam über eine Bekannte zum Secondhand-Laden. Sie freut sich, dass sie hier unter Menschen und nicht alleine zu Hause ist. Brigitte Wallasch, ebenfalls Rentnerin, ist die Fachfrau unter den ehrenamtlichen Helferinnen. 30 Jahre lang hat sie im Kinderbereich eines großen Bekleidungshauses gearbeitet. Im SKFM-Laden gibt sie professionelle Tipps für die Präsentation der Waren und hilft bei der Logistik im Reservelager.

2007 haben 40 Ehrenamtliche 6500 Stunden unbezahlte Arbeit geleistet. Sie bedienten 9000 Kunden und gaben 24 000 Kleidungsstücke aus – vom T-Shirt (2 Euro) bis zum Mantel (6 Euro). Jedes Stück wird begutachtet und ausgezeichnet. Leider wird viel Schrott abgeliefert. „Mit Reparieren, Waschen und Reinigen wären wir aber überfordert“, sagt Johannes Hoffmann und bittet um einwandfreie Spenden – vor allem um Schuhe, Accessoires, Teenie-Kleidung (ab 12 Jahre), Modeschmuck, Bettwäsche sowie Herrenbekleidung. KOMMENTAR

(RP)
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