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Mettmann: Sekundarschule vor dem Aus

Mettmann : Sekundarschule vor dem Aus

Die CDU-Fraktion hatte im Schulausschuss den Antrag gestellt, die Elternbefragung in den Sommer zu verschieben. Die Verwaltung sieht dadurch den Zeitplan für die Eröffnung der neuen Schule gefährdet. Jetzt bleibt es bei dem Termin am Montag, doch die Eltern sind verunsichert.

Stell dir vor, in Mettmann gibt es eine Sekundarschule und keiner geht hin! Die Gefahr besteht — zumindest nach der jüngsten Schulausschuss-Sitzung. Die Verwaltung hatte einen Zeitplan für die Errichtung der Sekundarschule vorgelegt. Während in vorangegangenen Sitzungen immer alle Fraktionen ihre Zustimmung zu dem Projekt deutlich gemacht hatten, ruderte die CDU in der Sitzung zurück.

Sie stellte nach einer langen Diskussion um Detailfragen (vor allem Raumgrößen) einen Antrag, die Fragebogenaktion nach der neuen Schulform (14.-23. Mai) auf einen Termin nach den Sommerferien zu verlegen. Damit hätte man sich von dem Zeitplan verabschiedet und die Errichtung der Sekundarschule zum Schuljahr 2013/14 wäre nicht mehr möglich gewesen, so die Stadtverwaltung. Angesichts der ablehnenden Haltung der anderen Fraktionen zog die CDU nach einer Sitzungsunterbrechung ihren Antrag zurück.

Die FDP hat sich zwar auch für eine Sekundarschule in Mettmann ausgesprochen, doch sie liebt diese Schulform nicht, toleriert sie eher. Grund: Die Liberalen befürchten, dass die beiden Gymnasien bei der Lehrerversorgung und bei der Ausstattung gegenüber der Sekundarschule benachteiligt werden. Die Stadtschulpflegschaft mit ihrer Sprecherin Ulrike Firnhaber-Sensen hat zahlreiche Fragen zur geplanten Sekundarschule: Es sei unklar, welche Investitionen die Stadt Mettmann in eine solche Schulform stecke. Aus Sicht der Eltern sei dies aber eine Kernfrage bei der Entscheidung über eine neue Schule.

"Wir fordern ein von Fachleuten zu erstellendes Raumkonzept, das Anzahl, Größe und Ausstattung der benötigten Fach-, Neben- und Klassenräume ermittelt und eine Umsetzung benennt." Viele Antworten sollten erst nach dem Beschluss des Rates gefunden werden. Dies führe, so Firnhaber-Sensen, zu einem hohen Maß an Skepsis bei den Eltern, weil viel Unklarheit herrsche und ein künstlicher Zeitdruck entstehe. Die Stadt Mettmann habe bisher lediglich mitgeteilt, dass die vorhandenen Räume an Haupt- und Realschule ausreichen würden und nur für das Einsetzen von Trennwänden und Malerarbeiten Geld investiert werde.

Diese Einschätzung teilt die Elternschaft nicht, so Firnhaber-Sensen. Letztendlich würden Eltern entscheiden, ob die Sekundarschule gegründet werden könne. Bei der momentanen Planung sei die Gründung einer Sekundarschule in Mettmann bereits im Vorfeld gefährdet.

Schuldezernentin Astrid Hinter- thür wies darauf hin, dass zunächst der Ratsbeschluss und das Ergebnis der Elternbefragung abgewartet werden müsse, um Geld in die Hand zu nehmen. Sicherlich müsse an den Schulen investiert werden. Sie hat aber nach der Diskussion im Schulausschuss den Eindruck, dass der Start der Sekundarschule zum Schuljahr 2013/2014 von der CDU nicht gewollt sei. In diesem Fall müsse die Realschule dann Kinder aufnehmen, die eigentlich die Hauptschule besuchen wollen. Denn es sei fraglich, ob noch einmal genügend Schüler für eine Eingangsklasse der Hauptschule zustande kommen.

(RP/rl)