Wülfrath: Sekundarschule kommt

Wülfrath : Sekundarschule kommt

Die Hauptschule bildet 2012 keine Eingangsklasse: nicht genug Schüler. Realschulleiter Frieder Winterberg warnt vor Schnellschuss. Die Stadt will Eltern befragen und Schulen einbinden.

Die Hauptschule Wolverothe nimmt 2012 keine neuen Fünftklässler mehr auf. Es wird keine Eingangsklasse gebildet, weil keine ausreichende Schülerzahl zu erwarten ist. Die Mitteilung von Schulleiterin Ulrike Preuß kam für den Schulausschuss nicht überraschend, denn der Schulentwicklungsplan zeigt deutlich: Wülfrath gehen die Schüler aus. Nur noch 160 Viertklässler wechseln 2012 an eine weiterführende Schule, die Mehrzahl davon ans Gymnasium und die Realschule.

Frieder Winterberg, Leiter der Realschule: Lehrer und Eltern sorgen sich, der anerkannte Leistungsanspruch könnte sinken. Foto: DJ

Da das Gymnasium (nicht zuletzt ein wichtiger Standortfaktor der Stadt) erhalten werden soll, wird es in Wülfrath keine Gesamtschule geben. Es bleibt nur die Zusammenführung von Real- und Hauptschule zu einer Sekundarschule, für die im Landtag CDU, SPD und Grüne (Stichwort "Schul-Konsens") die gesetzliche Grundlage erarbeiten.

Hans-Werner van Hueth, Fachbereichsleiter Jugend/ Soziales: Wir wollen eine partnerschaftliche Entwicklung zusammen mit den Schulen. Foto: DJ

"Es gibt keine Alternative"

Ulrike Preuß, Leiterin der Hauptschule, Die Schüler der Klassen 7, 8, 9 und 10 bitte in vertrauter Umgebung den Abschluss machen lassen. Foto: privat

Bei der Umsetzung in Wülfrath den Schulfrieden zu erhalten, wird eine schwierige Aufgabe. "Mit der Brechstange ist das nicht möglich", sagte Hans-Werner van Hueth, Fachbereichsleiter Jugend und Soziales, in der Schulausschusssitzung. Erforderlich seien eine Elternbefragung und die Einbindung der Schulen. "Wir wollen eine partnerschaftliche Entwicklung." Aber es gebe in der kleinen Stadt keine Alternative. Wenn in Wülfrath weiter alle Schulabschlüsse möglich sein sollen, müsse die Sekundarschule gebildet werden, für die mit Real- und Hauptschule ein Raumkonzept zu entwickeln sei.

Die Umsetzung wird 2012/2013 kaum möglich sein. "Schnellschüsse wird es nicht geben. Aber die Eltern brauchen eine Perspektive. Wir werden uns behutsam an den weiteren Prozess machen und gemeinsam vorangehen", sagte Schulausschussvorsitzender Martin Sträßer, nachdem die Leiter von Real- und Hauptschule ihre Stellungnahme abgegeben hatten. An der Realschule herrsche bei Lehrern und Eltern die Sorge, dass der über Generationen anerkannte Leistungsanspruch nicht aufrechterhalten werden könnte, berichtete Schulleiter Frieder Winterberg. Er fordert, die Veränderungen hin zur Sekundarschule "sensibel zu kommunizieren". Es müsse verhindert werden, dass es am Ende heißt, in Wülfrath gebe es das Gymnasium und eine Restschule. "Ich warne vor einem Schnellschuss. Wir brauchen ein Konzept über Förderung und vieles mehr. Bis 2012 ist dies nicht möglich." Er erinnerte daran, dass an der Realschule im nächsten Jahr mit der Inklusion (Einbeziehung behinderter Menschen) begonnen wird.

Probleme für Schüler

Ulrike Preuß, Leiterin der Hauptschule, sagte, sie teile die Bedenken, aber die Sekundarschule werde letztlich die einzige Möglichkeit sein. "Aber bitte nicht übers Knie brechen", fügte sie hinzu. Sie bat die Stadt darum, die Schüler der Klassen 7, 8, 9 und 10 auf jeden Fall ihren Abschluss in der vertrauten Umgebung machen zu lassen. Bei einem Wechsel an die Realschule werde es große Probleme für Schüler auf beiden Seiten geben.

(RP/jt)
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