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Kreis Mettmann: Sehnsüchtiges Warten auf den Frühling

Kreis Mettmann : Sehnsüchtiges Warten auf den Frühling

Seit Monaten regieren Eis und Schnee. Umso mehr freuen sich die Menschen bereits auf bunte Gärten, luftige Schuhe und die Eisdiele.

Viele Menschen haben die Nase voll: Der März steht vor der Tür und dennoch quält man sich mit dickem Zwiebellook durch Schnee und Frost. Bei Blumen Flüchter in Mettmann stehen bereits die Frühblüher wie Tulpen, Krokusse oder Hyazinthen bereit. "So lange der Boden gefroren ist, kann man keine Blumen in den Garten pflanzen. Aber sobald es ein wenig milder wird, kann es los gehen", sagt Inhaberin Gabriela Flüchter.

Ihr Tipp: Wer sich mit Primeln, Tulpen und Co. schon mal etwas Farbe nach Hause holen will, kann die Blumenzwiebeln erst mal in einen Topf pflanzen. "Die Leute warten sehnsüchtig auf den Frühling und wollen Farbe zu Hause. Derzeit verkaufen wir daher viele Schnittblumen", sagt die Fachfrau, die sich besonders auf die farbintensiven Sommerblumen wie Anemone und Freilandrose freut. "Wenn die Frost abbekommen, sind sie hin, aber Frühblüher vertragen das", sagt Flüchter.

Auf Frühling ist auch das Mitarbeiterteam des Mettmanner Schuhgeschäfts Deichmann eingestellt. "Wir wollen Sonne und schönes Wetter und haben keine Lust mehr auf Kälte. Im Geschäft laufe ich schon mit Ballerinas und T-Shirt herum", sagt Filialleiterin Olga Root. Die Kunden seien derzeit zwiegespalten: Die anhaltende Kälte zwinge viel, sich mit neuen Winterschuhen auszustatten. Andererseits werden auch Ballerinas und Mokassins fleißig gekauft. "Ich habe schon fünf Paar Frühlingsschuhe gekauft, da sie so schön bunt sind", sagt Root. Für sie sei der Winter schon vorbei.

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Marino Candido betreibt seine beiden Mettmanner Eiscafes das ganze Jahr. Doch mehr Spaß mache sein Job im Frühling und Sommer: "Das Wetter macht mich inzwischen krank. Die Leute sehnen sich nach Wärme und Sonne", sagt Candido. Zurzeit laufe der Verkauf von Eis durchwachsen. Wenn die Sonne scheint, dann kommen die Leute um Eis zu essen — auch im Februar, sagt der Inhaber des Eiscafés San Marino. Doch bei trübem Schnee- und Regenwetter lasse das nach.

Menschen, die draußen arbeiten, haben mit der Kälte besonders zu kämpfen. "Aus Unternehmersicht wird es dringend Zeit, dass es wärmer wird", sagt, der Mettmanner Dachdecker Franz Lang. Bei nasser Kälte seien Dacharbeiten nicht zu machen. Erst der morgendliche Blick aus dem Fenster verrate, ob der Auftrag erledigt werden kann. Kunden könne man im Winter nie fest zusagen. "Bei der Kälte bin ich doppelt und dreifach warm angezogen. Dadurch ist man aber auch steifer und irgendwann zieht die Kälte doch durch. Ideal zum Arbeiten sind 15 Grad", sagt Lang. Im Winter seien mehr Menschen depressiv als im Sommer, sagt Dr. Ingo Winkelmann, Allgemeinmediziner aus Wülfrath. Allerdings liege das nicht an der Kälte, sondern an der Dauer des Tageslichts. Gerade jetzt haben viele mit der Frühjahrsmüdigkeit zu kämpfen. "Im Winter gehen viele Menschen weniger vor die Türe und können ihren Sauerstoffbedarf nicht decken", sagt Winkelmann. Wenn warmes Wetter wieder nach draußen lockt, tut das doppelt gut: "Durch Sonneneinstrahlung wird das Glückshormon Serotonin gebildet. Und das sorgt für Lebhaftigkeit", sagt der Mediziner.

(RP)