Mettmann: Sechs Tage Erzählfestival

Mettmann : Sechs Tage Erzählfestival

Das 3. Erzählfestival ab dem 15. Mai bringt spannende Geschichten aus dem Orient, aus Afrika und Europa auf Bühnen in und um Mettmann. Das Programm ist auf 22 Veranstaltungen in knapp einer Woche angewachsen.

Als Jusuf Naoum im Jahr 1965 nach Deutschland, genau genommen nach Bayern kam, war er 21 Jahre jung. Der Libanese lag die erste Nacht in seinem Bett — und kämpfte mit der in Bayern traditionell zu einer Rolle gefalteten Bettdecke. Und verlor.

"Ich kriegte sie nicht auseinander und dachte, die Deutschen schlafen absichtlich mit kalten Füßen, um sich abzuhärten", erzählt der heute 68-Jährige. Die Geschichte und die Geschichten seiner Ankunft im Deutschland der 1960er-Jahre sind der Fundus seines Lebens geworden, aus dem Naoum heute seine Geschichten zieht. Solche und andere wird er auch beim 3. Erzählfestival "Erzähl mir was" vom 15. bis 20. Mai in Mettmann und fünf anderen Städten der Region zum Besten geben.

Drei in Mettmann, eine in Wülfrath

Erstmals ist Wülfrath dabei, die veranstaltende Akademie Remscheid ist froh, dass das Festival immer weitere geografische Kreise zieht. Das Thema ist es auch wert, sagt Martin M. Roth von der Akademie, denn die Erzählkunst von Geschichten, Märchen und Legenden hat in den vergangenen 15 Jahren einen ungeheuren Aufschwung genommen. Immer mehr Zuhörer, immer mehr Erzähler, die auch in der Akademie Remscheid ausgebildet werden.

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ArtWerk Mettmann organisiert die hiesigen Veranstaltungen. Auftakt des Festivals ist am 15. Mai, 9 Uhr, in der Grundschule Herrenhauser Straße. 300 Jungen und Mädchen, wegen der großen Nachfrage auf zwei Veranstaltungen hintereinander verteilt, bekommen von Tormenta Jobarteh Erzählungen aus dem westafrikanischen Gambia serviert.

Er ist zum dritten Mal dabei, "ein Zeichen, wie begeistert er bisher jedes Mal aufgenommen wurde", sagte die ArtWork-Vorsitzende Dagmar Grotendorst gestern. Am Abend dann schlägt erstmals die Stunde von Jusuf Naoum. "Durch die Zeit mit dem Orient-Express", titelt er seine Erzählweisen, die er begleitet durch das Gesangsduo Kristina und Sarah Bern, im Stadtgeschichtshaus dem Publikum präsentieren wird.

Am Mittwoch, 16. Mai, 10 Uhr, gelingt hoffentlich ein kleines Experiment. Der ganz junge Nachwuchs in Person von Kindern der Herrenhauser Grundschule und der Otfried-Preußler-Grundschule erzählt seine selbst entwickelten Marktgeschichten. Dem Nachwuchs eine Chance, heißt es bei ArtWork. Junge Künstler haben einen zwölfwöchigen Workshop hinter sich — und probieren es jetzt.

Mit einer Veranstaltung ist Wülfrath dabei: Am Freitag, 18. Mai, 20 Uhr, fliegen "Fledermäuse und anderes Getier" von Judith Alexander. Die Ex-Schulbibliothekarin aus Seattle referiert in englischer Sprache.

(RP/rl)
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