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Mettmann: Schwerbehinderten droht Abschiebung

Mettmann : Schwerbehinderten droht Abschiebung

Djulijan Mamutovski ist beinamputiert und leidet an einer schweren Krankheit. Ihr Mann hat verkrüppelte Beine.

Naser (37) und Djulijan Mamutovski (42) und ihre drei Kinder sollten bis zum 18. März Deutschland verlassen. Falls nicht, drohte ihnen die vorläufige Festnahme. Dies teilte die Ausländerbehörde des Kreises Mettmann der Familie am 25. Februar mit. Eine Eilentscheidung des Verwaltungsgerichts hat die drohende Abschiebung vorerst gestoppt.

Das Besondere an dem Fall: Das Ehepaar aus Mettmann ist schwerstbehindert. Er hat verkrüppelte Beine, kann nicht gehen, besitzt keine Prothesen und ist auf den Rollstuhl angewiesen. Seine Frau, die an einer schweren Durchblutungskrankheit leidet, ist oberschenkelamputiert und musste sich vor kurzem aufgrund ihrer Krankheit die Fingerkuppen ihrer linken Hand amputieren lassen. Das aus Mazedonien stammende Ehepaar hat drei Kinder: Cenlet (9), Sara (8) und Sejmen (5). Alle Kinder wurden in Mettmann geboren. Die beiden Ältesten besuchen die Otfried-Preußler-Schule, das jüngste Kind einen Mettmanner Kindergarten.

"Wir wollen nicht aus Deutschland fort", sagte Naser Mamutovski. Seine Frau sei dringend auf ärztliche Hilfe angewiesen. Die Ärztin Dr. Andrea Bruns bestätigt dies. Eine medizinische Hilfe in Mazedonien sei nicht gewährleistet. "Ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht ist für die Familie aus medizinischer Sicht dringend zu empfehlen", sagt die Ärztin. Das Ehepaar beauftragte den Bonner Rechtsanwalt Andreas Becher mit der Vertretung ihrer Interessen. Mit einem Teilerfolg: Denn am 25. Februar teilte das Verwaltungsgericht Düsseldorf mit, dass Djulijan Mamutovski aufgrund ihrer Krankheit in Deutschland bleiben darf. Allerdings ist das Bleiberecht nicht auf Dauer. Es könne gegenwärtig nicht hinreichend beurteilt werden, ob der Antragsstellerin ein Anspruch auf Abschiebungsschutz wegen gesundheitlicher Beeinträchtigung zustehe. Dies wäre der Fall, wenn sich ihr Gesundheitszustand im Falle einer Rückkehr wesentlich oder gar lebensbedrohlich verschlechtern würde. Hierzu bedürfe es im Hauptsachverfahren näherer Aufklärung, so das Verwaltungsgericht. Rechtsanwalt Becher hofft, dass die Familie nicht auseinandergerissen wird und auch die Kinder und ihr Vater in Deutschland bleiben dürfen. Das Ausländeramt, so Rechtsanwalt Becher, soll allen Familienmitgliedern eine Duldung ausstellen. Wie Kreisdirektor Martin Richter auf Anfrage mitteilte, werde die Ausländerbehörde nichts unternehmen, so dass die Familie Mamutovski in Mettmann bleiben könne. Es werde zunächst das Ergebnis des Hauptverfahrens abgewartet. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ist der Meinung, dass eine Rückkehr von Djulijan Mamutovski in das öffentliche Gesundheitssystem in Mazedonien problemlos möglich sei.

Behandlungsmöglichkeiten ihrer Krankheit würden für Djulijana Mamutovski auch in Mazdonien nicht existieren, stellt das Amt lapidar fest.

(RP)