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Mettmann/Ratingen: Schwarzbach: Brücke wird endlich ersetzt

Mettmann/Ratingen : Schwarzbach: Brücke wird endlich ersetzt

Die Landstraße 239 soll von der Autobahn 44 bis zur Autobahn A 3 umgebaut werden. Zunächst wird die marode Brücke über den Schwarzbach um 30 Meter nach Norden versetzt. Dann folgt die Verbreiterung der Trasse.

Wer schon mal versucht hat, mit dem Auto zügig zwischen Ratingen und Mettmann zu pendeln, sollte sehr vorausschauend fahren. Immer wieder kommt es auf der sehr engen Landesstraße 239 zu Beinahe-Kollisionen im Begegnungsverkehr. Obwohl ein Tempolimit gilt, bleibt die Fahrt ein Risiko. Vor allem, wenn der Bus entgegen kommt. Ab und zu sind sogar Lkw anzutreffen, obwohl die dort gar nicht fahren dürfen. Nach jahrzehntelanger Diskussion soll sich die Situation in den kommenden Jahren nun grundlegend ändern. Die gesamte L239 zwischen der A44 und der A3 soll umgebaut werden.

Einer von vielen Knackpunkten - neben Häusern, die einer Verbreiterung der Straße noch im Wege stehen - ist dabei die Brücke über den Schwarzbach. Die ist laut Landesbetrieb Straßenbau, zuständig für den Unterhalt der Strecke, im sogenannten Zustand 4. "Schlimmer geht es nicht, Zustand 5 bedeutet, dass sie einstürzt. Dann muss der Gesamtverkehr zwischen Mettmann und Ratingen sofort gesperrt werden", sagte Georg Görtz, Leiter der Unteren Landschaftsbehörde Mettmann, gestern in der Sitzung des Beirats der Unteren Landschaftsbehörde. Die Sanierung der Brücke habe daher eine gewisse Dringlichkeit, so Görtz.

In den engen Kurven müssen die Autofahrer aufpassen. Immer wieder verirren sich auch Lkw auf die Strecke. Foto: Janicki, Dietrich (jd-)

Beiratsvorsitzender Alfred Bruckhaus befürchtet schon länger, dass der Landesbetrieb es möglicherweise darauf ankommen lassen wolle, die abbruchreife Brücke sperren zu müssen. Folge: Um dann in einer "Nacht und Nebel-Aktion" - so Bruckhaus - schnell eine neue Brücke zu bauen. Doch so einfach baut niemand eine neue Brücke im Kreis Mettmann - das wurde in den eifrigen Diskussionen der Beiratsmitglieder schnell deutlich. Immerhin muss der Schwarzbach um 30 Meter nach Norden verlegt werden. Der Altarm des Bachs bleibt erhalten, dazu kommt noch ein Regenrückhaltebecken. Durchlässe für Frösche und Kröten, Neupflanzungen am Bachrand - hat der Landesbetrieb schon versprochen. Doch das reichte den Beiratsmitgliedern noch nicht. Ihnen geht es um die sogenannten "Umweltverträglichkeitsprüfung". Da habe der Landesbetrieb Straßen noch einige Daten nachzuliefern. "Sonst könnten Anwohner klagen und damit das ganze Projekt ins Wanken bringen", sagte Beiratsmitglied Jürgen Lindemann. Er halte die Vorprüfung für die Umweltverträglichkeitsprüfung für "fachlich ungeeignet". Im Verlauf der Debatte sprach er auch von einer der "saumäßigsten Vorprüfungen", die er je gesehen habe. Der Landesbetrieb hat nun Zeit, die Daten nachzuliefern, um dann zügig mit dem Neubau der Brücke beginnen zu können. Die gesamte Landesstraße soll dann Zug um Zug verbreitert werden. Ein Gebäude in der Nähe der Schule Nussbaum, das weit in die Straße hineinragt und zu einem Engpass führt, soll abgerissen werden. Die gesamte Trasse soll auf 6,50 Meter verbreitert werden, damit sich in Zukunft zwei Rheinbahnbusse begegnen können.

Eine von vielen Engstellen auf der Strecke. Die Straße soll in wenigen Jahren überall 6,50 Meter breit sein. Foto: Hüskes, Achim (achu)

Neben der Fahrbahn wird ein 50 Zentimeter breiter Sicherheitsstreifen angelegt, daran schließt sich ein Fußweg an. Schließlich folgt eine 50 Zentimeter breite Bankette. Also: zwei Meter Platz neben der Fahrbahn. Insgesamt rechnet der Landesbetrieb mit Baukosten in Höhe von fünf Millionen Euro. Das Land wird aller Voraussicht nach abschnittweise finanzieren.

(RP)