Schultheater am HHG in Mettmann

Schüler führen Theater auf: Theaterstück über die Menschlichkeit

Schon am Einlass wird die Zuschauer kontrolliert, in der HHG-Aula wird dann die Misere offenbar.

(RP) Die Schule ist wegen eines tödlichen Virus abgeriegelt und unter Quarantäne gestellt. Wer fliehen will, wird von einer Drohne erschossen. Während Lehrer und Schüler sterben wie die Fliegen, entwickelt sich eine gefährliche Gruppendynamik, die ein Opfer nach dem anderen fordert.

Die zwölfköpfige Schülergruppe, die im Theater-Kurs das Stück auf der Grundlage des dänischen Romans „Opfer“ von Jesper Wung-Sung selbst schrieb, stellt die Frage nach Menschlichkeit in einer in Schieflage geratenen Gesellschaft. „Die Zivilisation ist eine dünne Hautschicht und niemand will wissen, was darunter Dunkles zum Vorschein kommt“, erklärt Luzie Schwarz (17), die eine der Anführerinnen innerhalb der Schulgemeinschaft spielt. „Es war nicht leicht, sich in so eine Extremsituation hinein zu versetzen, aber wir haben ein Jahr lang am Stück gearbeitet.“ Dabei wird den Schauspielern einiges abverlangt: Wutanfälle, Kampfszenen, aber auch tiefgehende Emotionen angesichts des Verlusts von Familie und Freunden. Atmosphärisch dicht und temporeich folgen die Szenen aufeinander, der Reigen von Bildern fügt sich erst im Auge des Zuschauers zu einer geschlossenen Geschichte, die vom Bühnenbild kreativ unterstützt wird. Das Ergebnis unter der Regie des HHG-Lehrers Jörg Feldmeier ist poetisch und voller detailreicher Ideen.