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Schule in Mettmann: „Das Abitur war schwierig, aber machbar“

Schule in Mettmann : „Das Abitur war schwierig, aber machbar“

Zwei Schülerinnen des Heinrich-Heine-Gymnasiums ziehen ein Zwischenfazit nach den Abi-Klausuren. Sie fühlten sich insgesamt gut vorbereitet. Zu kurz kam das Zwischenmenschliche in den letzten Schulwochen.

„Drachen zähmen leicht gemacht“ – steht über dem Regal der Schülerbibliothek im Heinrich-Heine-Gymnasium. Etwa Dreiviertel des Drachens haben Anna van Hüllen (17) und Birte Neumann (18) bereits gezähmt. Die schriftlichen Prüfungen im Corona-Abitur 2021 sind geschrieben. Nun geht geht es mit der vierten, mündlichen Prüfung auf die Zielgerade der Schulzeit insgesamt. Wie war’s? Die beiden sagen: „Schwierig, aber machbar.“ Sie haben nicht den Eindruck, ein Not-Abi absolviert zu haben. „Was reduziert war oder ganz wegfiel, war der Kontakt zu Mitschülern.“

Mit ihrer Wahl der Leistungskurse – Mathematik und Physik – gab Anna van Hüllen ihrem Abitur ganz eindeutig eine naturwissenschaftliche Richtung. Vor allem an den Matheaufgaben des nordrhein-westfälischen Zentralabiturs entzündet sich zurzeit der Zorn. Zurzeit läuft eine Petition gegen die Aufgabenstellung im Mathematik-Bereich. „Viele Mitschüler kritisieren, dass die Aufgabenstellungen des Jahrgangs 2021 wenig mit denen der Vorjahre zu tun hatte. „Wer sich ausschließlich anhand der alten Abitur-Aufgaben vorbereitet hat, der hatte deshalb ein gewisses Problem“, sagt Anna. Sie habe sich zum Glück an den Testaufgaben des aktuellen Jahrgangs orientiert. „Das hat mir sehr geholfen.“

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„In Physik haben wir nach meinem Eindruck leichtere Aufgaben bekommen als die Jahrgänge zuvor“, sagt Anna van Hüllen. Viereinhalb Stunden lang war im Leistungskurs-Bereich jeweils ein Thema zu bearbeiten. „Mit der Zeit bin ich ganz gut zurecht gekommen. Ich konnte am Ende noch mal kontrollieren.“ Die Grundkursklausur im Fach Sozialwissenschaften und eine mündliche Prüfung in Deutsch komplettieren ihr Abi.

Mitschülerin Birte Neumann legte ihren Schwerpunkt auf die Leistungskurse Deutsch und Englisch. Und machte in der Fremdsprache Bekanntschaft mit einem Text über Einfamilienhäuser in Kalifornien des New Yorker Journalisten Farhad Manjoo. Der wunderte sich nach der Abi-Klausur in Nordrhein-Westfalen, dass ihn rund 6000, teils wütende Schülerkommentare erreichten – etliche davon auf Deutsch. Manjoo verstand, dass manche Abiturienten Verständnisprobleme hatten, weil sich manche seiner Wörter noch nicht in Wörterbüchern finden lassen. „Eigentlich konnte man sich Wörter wie ‚riziest’ aber aus dem Zusammenhang erschließen“, sagt Birte Neumann, die einen Schüler-Post kommentiert hat (Verständnishilfe hier also: „Riziest“ meint so etwas wie fancy, opulent, aufwändig). Mit Sowi als drittes, schriftliches Fach und Mathematik mündlich macht sie ihr Abitur komplett. Dass sie ihr Abitur vor dem Hintergrund von Corona absolvieren mussten, sehen beide Gesprächspartnerinnen nicht nur negativ: „Man war mehr zu Hause.“ Allerdings musste jede für sich Selbstdisziplin üben und sich nicht von Handy oder Laptop ablenklen lassen. „Mich hat kurzzeitig gestört, dass noch im April diskutiert wurde, ob es überhaupt Abiklausuren geben soll“, sagt Birte Neumann. Denn da waren alle schon mitten in den Vorbereitungen und empfanden diese Diskussion als herzlich überflüssig. „Alle Lehrer hier am HHG haben uns nach Kräften unterstützt“, sagen sie. Und wollen nun beide ein Jura-Studium beginnen.