Mettmann: Schüler setzen Jugendprobleme in Szene

Mettmann : Schüler setzen Jugendprobleme in Szene

Die Theater-AG des Heinrich-Heine-Gymnasiums traf sich gestern zur Generalprobe. Heute Abend wird es ernst.

Wer ist Alaska? Eine Antwort auf die Frage erhalten die Zuschauer heute oder am Montag bei der Aufführung des Theater-Kurses des Heinich-Heine-Gymnasiums. Die Schüler aus der elften Jahrgangsstufe haben bei ihrer gestrigen Generalprobe noch mal alles gegeben, um für ihre Auftritte am 12. Juli sowie am 15. Juli gewappnet zu sein. Unter der Leitung von Lehrerin Anne Verführt arbeiteten die 14 Schüler an ihrem Bühnendebüt in der Aula. Die Jugendlichen waren vielfach gefordert. Es mussten nicht nur Texte auswendig gelernt werden, sondern es ging genau so um den Aufbau, Kostüme, musikalische sowie technische Begleitung.

All das fiel im zu Ende gehenden Schuljahr einmal wöchentlich in den Aufgabenbereich der Oberstufenschüler und Schülerinnen. Darüber hinaus opferten sie Freizeit, um ihr Theaterstück auf die Bühne zu bringen.

Einen Tag vor der Premiere kann es da auch mal passieren, dass die Nerven ein wenig flattern. So fühlt sich zumindest die 17-jährige Mara Franke, die die weibliche Hauptrolle Alaska in dem Stück "Miles to go" spielt. Für sie war es ein Schuljahr, indem sie nicht nur Mathematik, Englisch oder Deutsch lernte. Für sie war es ein Schuljahr, wo sie Organisation und Teamwork noch näher kennengelernt haben. Auf die Frage, ob es denn Spaß gemacht hat, fiel Mara ein: "Ja auf jeden Fall. Theater macht immer Spaß."

Allerdings gab es bei der Aufbereitung des Stückes nicht nur Höhen. Ursprünglich sollte ein amerikanischer Austauschschüler eine der Rollen spielen. Doch er musste dieüberraschend wieder zurück nach Hause. Mara wusste zu diesem Zeitpunkt nicht, wie es weitergehen sollte " Ich habe gedacht, wir können das Ganze abblasen." Doch die Schüler wollten sich durch den Ausfall nicht aufhalten lassen. Sie konnten mit Janina Tenter (16) die benötigte Verstärkung mit ins Boot holten.

Neben kleineren Streitereien wie "Nein, das muss dahin" oder "Das Kostüm sieht aber doof aus" sind sich, wie Anne Verführt berichtet, nicht nur die Mitschüler näher gekommen, sondern auch die Schüler mit ihren Rollen gewachsen. "Wir haben mit den Figuren gelebt." Das Stück basiert auf einem Roman von John Green, der Theaterkurs hat dieses gekürzt und bühnentauglich umgeschrieben.

Worum geht es in dem Stück? Thematisch geht es um Selbstmord, Jugendprobleme und um die Vergänglichkeit. In welche Theater-Kategorie dieses Stück fällt, vermag keiner der Schüler zu sagen. Janina Tenter formuliert es auf ihre eigene Weise: "Es ist ein Stück, das man als Liebesgeschichte bezeichnen kann. Es ist aber auch mehr als das." "Man sollte es gesehen haben, und ich bin guter Dinge, dass wir viele Besucher erwarten können", so Anne Verführt. Freuen können sich die Zuschauer auf einen Abend voller spaßiger, romantischer und herzzerreißender Szenen. Ein Abend, der die Frage klären soll: "Wie kommen wir aus dem Labyrinth des Leidens heraus?"

(RP)
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