Erkrath: Schüler lernen Farben kennen

Erkrath: Schüler lernen Farben kennen

Jungen und Mädchen des Gymnasiums am Neandertal drehen bei Schmincke-Farben in Erkrath einen Film. Zwischen Bindemittel-Raum und umfunktionierter Teigrührmaschine gibt es viel zu entdecken.

Zu den Themen "Herstellung von Farben" und "Wie präsentiert sich ein Unternehmen" erstellen Schüler der Filmwerkstatt des Gymnasiums am Neandertal zurzeit einen Film bei der Firma Schmincke. Zwischen dem Gymnasium und dem Künstlerfarben-Hersteller besteht eine Kooperationsvereinbarung.

Drei Filmteams, jeweils bestehend aus Kameramann, Beleuchter, Kabelträger und Regisseur, nehmen Mitarbeiter und Produktherstellung ins Visier. Kunstlehrer Herbert Griesmann ist von der Zusammenarbeit begeistert. "Die Schmincke-Farben haben auch meinen künstlerischen Werdegang begleitet. Es ist toll für die Schüler, in der Praxis zu erfahren, wie Farben hergestellt werden und welche Berufsbilder es gibt. Die Mitarbeiter sind alle sehr hilfsbereit."

Farbtöne genau untersuchen

  • Mettmann : Kleine Musiker zeigen großes Können

Isabelle, Pia, Julia und Sonja aus dem Kunst-Grundkurs sind mit ihrem Equipment im Forschungslabor unterwegs. Dort wird im UV-Testgerät ein grüner Farbton untersucht. "Wir setzen die Farbe allen Lichtbedingungen aus", erklärt Chemieingenieurin Claudia Möller. Mit der Kamera halten die Schülerinnen fest, wie die Farbe bei Kunstlicht, Tageslicht oder UV-Licht wirkt. Anschließend wird noch die Nahaufnahme eines transparenten Behälters mit Pigmentfarbe erstellt. "Wir arbeiten mit etwa 300 verschiedenen Pigmenten", so Mitarbeiterin Susanne Goch. "Natürlich könnte man die Farbtöne auch aus mehreren verschiedenen Grundstoffen zusammenmischen, das wird auch bei vielen Firmen so gemacht. Aber dabei geht die Brillanz verloren. Deshalb verwenden wir pro Farbe nicht mehr als zwei Pigmente."

Im Bindemittel-Raum rotiert die Teigrührmaschine. "Spezielle Maschinen zur Farbenherstellung gibt es nicht. Da muss man sich behelfen." Das Gerät aus dem Bäckereibedarf sorgt für optimale Temperatur und Rührgeschwindigkeit. Gefilmt werden auch die Mitarbeiter bei ihren Tätigkeiten. "Ich hätte nicht gedacht, wie abhängig die Produktion von der Präzision der Mitarbeiter ist", sagt Kunstlehrer Griesmann. Auch die Präsentation der Produkte ist für das Unternehmen überlebenswichtig. Die Jung-Filmer dürfen im Februar die Frankfurter Kreativ-Fachmesse besuchen. Dort sollen Geschäftspartner und Künstler am Messestand filmisch dokumentiert werden. "Wir liefern unsere Produkte in 42 Länder der Welt", erklärt Prokurist Markus Baumgart. "Uns ist aber auch der regionale Austausch sehr wichtig. Wir produzieren nur an einem Standort, zuerst in Düsseldorf und seit 1974 in Erkrath. Die Firma ist seit 130 Jahren immer noch im Besitz der Inhaberfamilie. So etwas gibt es heute nur noch selten."

(RP)
Mehr von RP ONLINE