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Wülfrath: Schlichte Orgel – toller Klang

Wülfrath : Schlichte Orgel – toller Klang

In der Kirche St. Petrus-Canisius lässt Frater Wilhelm Lindner "Strahlendes Barock" erklingen. Unter den Zuhörern ist Hans-Hermann Beyer, 25 Jahre lang Organist der Rohdenhauser Gemeinde.

Barocke Orgelmusik in reichen Facetten und überdies ein höchst seltenes Bild erlebten die Besucher des Konzerts in der katholischen Kirche St. Petrus Canisius. Kirchenmusiker Frater Wilhelm Lindner beendete die von ihm ins Leben gerufene Reihe, "Die Orgeln der neuen Großpfarrei St. Maximin", mit der Vorstellung "Unserer Bewegten" in Rohdenhaus – einer Orgel, die aus der Zeit der sogenannten "Orgelbewegung" stammt. Virtuos entlockte Frater Wilhelm der schlichten Orgel, die auf den ersten Blick so gar nicht den Anschein einer "Königin der Instrumente" hat, faszinierenden Klangreichtum.

Zehn Werke vorgestellt

Unter dem Motto, "Strahlendes Barock", stellte er zehn Werke nördlich protestantischer Ausprägung und südlich katholischer gegenüber. Französische, italienische, süddeutsche Tradition klang aus der "Toccata sexta" von Georg Muffat heraus. Getragen, mystisch wie effektvoll kamen "Praeludium und Fuge, c-Moll" von Vincent Lübeck daher. Großen Eindruck hinterließ Bachs "koloriertes" Choralvorspiel zu "Wenn wir in höchsten Nöten sein". Die kleine Kirche war erfüllt vom Orgelklang bei Choralvorspiel, "Ach Herr, mich armer Sünder", Praeludium, Fuge und Ciacona in C von Dietrich Buxtehude. Mit etwas Fantasie fühlte man sich in dessen Wirkungsstätte, der Lübecker Marienkirche, versetzt.

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Nach großartigem, nahezu rauschartigen Vortrag von Bachs variantenreichem Werk, "Toccata und Fuge (die Dorische)", durften die Zuhörer endlich begeisterten Applaus spenden. Mit der Zugabe, Improvisation zu "Jesus Christ, wahres Licht", in vivaldischem Concerto-Stil, sorgte Frater Wilhelm für einen weiteren Höhepunkt.

Da sich die Orgel nicht auf einer Empore sondern seitlich vom Altar befindet, kamen die Besucher auch optisch in den Genuss des Spiels sowie der Registerassistenz von Leszek Podlesny. Ein zuvor nie gesehenes Bild bot sich ihnen, als sich der Frater – im ersten Beruf gelernter Orgelbauer – zwischendurch auf die Orgelbank schwank und Pfeifen richtete, während Podlesny den Ton hielt. Tiefe Töne im Zungenregister hätten sich verstimmt, erklärte Frater Wilhelm.

Unter den Zuhörern war Hans-Hermann Beyer, 25 Jahre (bis 2002) Organist in St. Petrus Canisius. Er hatte sich für den Kauf der Orgel, die in den 50er Jahren gebaut wurde und einst in der Friedenskirche Heiligenhaus stand, starkgemacht. "Ich kannte sie gut. Wir Organisten haben uns oft gegenseitig vertreten." 1990 wurde sie in Rohdenhaus eingeweiht. "Kirchenmusikalisch war ab Mitte der 70er, auch schon mit der vorigen Orgel allerhand los. Die Kirche war brechend voll", erinnerte er sich. Die Stadt habe Konzerte sogar teilfinanziert.

(rmg)