Mettmann: S 28: Warten auf Lückenschluss

Mettmann: S 28: Warten auf Lückenschluss

Frühestens 2015 werden Fahrgäste mit der Regiobahn von Mettmann bis Wuppertal durchfahren können. Das Projekt stockt, weil die Frage der Finanzierung durch die anstehende Landtagswahl noch nicht geklärt werden kann.

Die geplante Verlängerung der Regiobahnstrecke von Mettmann bis Wuppertal-Hauptbahnhof bleibt eine Hängepartie. "Erst wenn das Gemeindefinanzierungsgesetz NRW durch das neue Landesparlament novelliert ist, steht wohl fest, ob die Ausweitung kommt oder nicht", sagte Regiobahn-Geschäftsführer Joachim Korn auf Anfrage unserer Zeitung.

Mit einer Fertigstellung sei jedenfalls nicht vor 2015 zu rechnen. Als reine Bauzeit werden zwei Jahre sowie ein Jahr Ausführungsplanung mit Vergabe der Bauleistungen einkalkuliert. Der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Harry Voigtsberger und Regierungspräsidentin Anne Lütkes befürworten die Verlängerung, und auch im Nahverkehrsplan des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) ist die Maßnahme als "kurzfristig umzusetzen" vorgesehen. Doch vom Verkehrsministerium fehlt noch eine Finanzierungszusage für die laufenden Betriebskosten der Regiobahnfahrten von und nach Wuppertal-Hauptbahnhof.

Land soll Löwenanteil bezahlen

Grünes Licht für den Startschuss zum Projekt kann es aber erst geben, wenn die Kostenübernahme geklärt ist. Nach jetzigem Stand soll das Land Nordrhein-Westfalen 85 Prozent der Kosten tragen, die Regiobahn selbst 15 Prozent. Für die Schließung der knapp zwei Kilometer langen Lücke zwischen Dornap-Hahnenfurth und der DB-Strecke Essen-Wuppertal (S 9) einschließlich des Streckenausbaus Mettmann Stadtwald — Dornap-Hahnenfurth werden jetzt rund 40 Millionen Euro veranschlagt.

Für die Bahnkunden im Bereich Mettmann, Erkrath und Wülfrath ergäben sich bei einer Umsetzung reizvolle neue Reisemöglichkeiten: Sie hätten in Wuppertal Hbf Anschluss an die Fernzüge der Deutschen Bahn und könnten schneller gen Norden oder in die Bundeshauptstadt Berlin reisen als von Düsseldorf aus.

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Der Boden für die Streckenverlängerung ist längst bereitet. Eine Baugenehmigung liegt schon seit etwa zwei Jahren vor. Geklärt ist auch der Aufwand, der baulich und mit Blick auf den Naturschutz betrieben werden müsste. Südlich von Wülfrath, bei Dornap, müsste eine neue Straßenbrücke (L 422) erstellt werden; der Schienenstrang der Regiobahn würde darunter her führen. Ein gewaltiger Berg Erdmasse, voraussichtlich eine Million Kubikmeter, wäre für den Trassenverlauf zu bewegen. Und schließlich gelte es, eine neue Heimat für schützenswerte Tiere zu finden, die sich auf dem Haldengelände neu angesiedelt haben, wo in Zukunft eben die Züge der S 28 rollen sollen.

Für Frösche, Lurche und Vögel ist schon eine Lösung gefunden. Etwa 200 bis 300 Meter von deren jetzigem Lebensraum sollen an der Halde Hahnenfurth neue kleine Biotope angelegt werden. "Wir würden der Natur dort ein bisschen nachhelfen, indem wir in Erdmulden Folien im Sandbett auslegen, in denen sich Regenwasser sammelt", erklärte Joachim Korn. Ein künstlicher Zufluss zur Wassereinspeisung sei nicht vorgesehen. Etwa anderthalb bis zwei Jahre Wartezeit werden veranschlagt, bis die schützenswerten Amphibien ihr neues Zuhause angenommen haben.

Arbeiten an der Vegetation

Für den Ausbau der Strecke müssen zudem eine Reihe von Vegetationsarbeiten erledigt werden. Das wirkt sich auf den Zeitplan aus, denn das Fällen von Bäumen bzw. der Gehölzschnitt ist aus Naturschutzgründen nur ab Herbst bis Februar erlaubt. Auf der Tagesordnung bleibt die Verlängerung der Regiobahnlinie in die andere Richtung, nach Viersen und ins niederländische Venlo. Die Landräte der Region befänden sich darüber in Verhandlungen, teilte Korn mit.

(RP/rl/ila)
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