RP-Leser sagen - diese Frauen machen einen guten Job

Sie verantworten das Kulturprogramm der Stadthalle Mettmann : RP-Leser: Diese Frauen machen einen guten Job

Viele Mettmanner bekunden: Das Kulturprogramm der Stadthalle ist gut. Lydia König und Marion Buschmann verantworten es.

Politik und Stadtverwaltung beraten zurzeit über die Zukunft der sanierungsbedürftigen Stadthalle. Womöglich wird sie abgerissen. Viele RP-Leser tragen im Zusammenhang mit dieser Diskussion großes Lob an unsere Redaktion heran: Das Programm der Halle sei attraktiv und eine Bereicherung für die Kulturlandschaft, heißt es – offenbar sind die Mettmanner zufrieden. Doch wer steckt hinter dem Programm, nach welchen Kriterien wird es geplant – und was wünschen sich eigentlich die Kulturschaffenden selbst? Wir fragten nach.

Zwei Frauen sind es, die mit viel Herzblut dafür sorgen, dass es in der Stadthalle Veranstaltungen für jedes Alter gibt – Lydia König und Marion Buschmann. „Ich bin seit 1996 in der Kulturabteilung“, verrät Lydia König, und Marion Buschmann sagt: „Seit Februar 2008 ist die Kultur ein Teil meines Amtes.“

Erfahrene Programmgestalterinnen also. Nach was suchen sie die Veranstaltungen aus? „Das Wichtigste sind die Finanzen“, sagt Marion Buschmann sofort. Hier muss das Team den Spagat zwischen Anspruch und Finanzierbarkeit hinbekommen.

Anderthalb Jahre Vorlaufzeit brauchen die beiden für ihr Programm. Planen sie hochkarätigere und damit teure Aufführungen ein, dann können sie insgesamt weniger Veranstaltungen anbieten. So lautet die Regel. Doch auf eins legen die beiden großen Wert, wie Lydia König betont: „Fünf Kindertheater schaffen wir immer.“ Es sei wichtig, den Kindern zu vermitteln, dass es etwas anderes als Fernsehen gibt. „Dass es Menschen gibt, die sich mühen, ihnen eine Geschichte zu zeigen.“ Und das für jedes Alter: „Wir versuchen, das ganze Spektrum zu bieten“, sagt Buschmann.

Um die Erwachsenen in die Halle zu locken, schauen die Programmgestalterinnen auch auf den Zeitgeist. „Es gibt so Modesachen, wie die Mitmachkrimis“, sagt Buschmann. Um auf dem neusten Stand zu sein, werden auch mal Landestheater angefragt, oder die Mettmannerinnen fahren zum Theatermarkt. „Es muss eine gesunde Mischung sein, die viel Publikum anspricht“, meint König. Eine Mischung zwischen leichter und schwerer Kost. „Wir wollen die Leute nicht erziehen, wir wollen ihnen auch Spaß bereiten“, ergänzt Buschmann.

Die Halle habe bei allem Sanierungsstau auch ihren Charme, bekennen beide. „Ich persönlich finde die Aufteilung schön, dass es mehrere Etagen gibt“, erzählt Marion Buschmann. „Um die große Bühne beneiden uns Schauspieler aus Wuppertal.“ Lydia König liebt den Theatersaal. „Weil er abschüssig ist zur Bühne hin. Außerdem ist die Akustik sehr gut.“ 670 Besucher finden hier Platz. „Nicht selten“ sei der Zuschauerraum ausverkauft. „Vor allem bei Traditionsveranstaltungen“, sagt König, „wie Neujahrskonzerte, Konzerte der Bundeswehr oder wenn örtliche Theatergruppen oder Tanzschulen auftreten.“

Beim Kindertheater wird die Besucherzahl begrenzt, „sonst wird es zu laut“, begründet König. Wenn die Halle abgerissen würde, wünschen sich die beiden statt dessen eine moderne Multifunktionshalle. „Wo Workshops, Meetings und Kultur stattfinden könnten“, sagt Buschmann. Wichtig wäre, „dass die neuste Technik vorhanden wäre“, betont König, „dass man Bühne und Zuschauertribüne variabel formen kann.“

Und wenn sich die Programmgestalterinnen einen Topact wünschen dürften? „Dann einen Star, mit dem keiner in Mettmann rechnen würde“, meint Buschmann. Lydia König hat bereits einen konkreten Wunsch: „Herbert Grönemeyer.“

(sue/arue)