Gisela Trapp: "Rheuma trifft auch junge Menschen"

Gisela Trapp: "Rheuma trifft auch junge Menschen"

In diesem Jahr feiert die Rheuma-Liga in Langenfeld 35-jähriges Bestehen. Die ehrenamtlichen Helfer beraten die Betroffenen aber auch in anderen Städten des Kreises, beispielsweise in Ratingen.

Langenfeld/MOnheim Rheuma trifft alte Menschen ebenso wie junge. Auch Kinder können daran erkranken. Erste Anzeichen sind häufig Schmerzen in den Gelenken. Aber auch Weichteile können in Mitleidenschaft gezogen werden. So gibt es beispielsweise auch rheumatische Augen- und Rippenfellentzündungen. Rheuma wird häufig durch Entzündungen hervorgerufen. Ärzte fassen über hundert verschiedene Varianten zusammen. Die Rheuma-Liga in Langenfeld feiert in diesem Jahr ihr 35-jähriges Bestehen. Gisela Trapp organisiert die Rheuma Liga, die auch in Monheim Beratungstermine anbietet. Sie ist seit zehn Jahren die Vorsitzende.

Frau Trapp, woran kann ich erkennen, dass ich Rheuma habe?

TRapp Das kommt auf die Beschwerden an. Es kann sehr unterschiedliche Symptome geben. Bei der rheumatischen Arthritis beispielsweise tritt morgens eine Steifigkeit der Gelenke auf. Die Betroffenen fühlen sich erschöpft und müde, vergleichbar mit einer Grippe. Sie spüren ziehende und reißende Schmerzen und haben Schwellungen in den Gelenken. Die Schmerzen können schubweise auftreten. Es ist möglich, dass der ganze Körper wehtut.

Wie lässt sich das Krankheitsbild abklären?

TRapp Zur Abklärung ist zunächst ein Bluttest beim Rheumatologen notwendig. Auch einige Hausärzte führen den Test durch. Manchmal muss ein Neurologe hinzugezogen werden, um die Diagnose abzusichern. Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen können ebenfalls notwendig sein.

Welche Formen gibt es?

TRapp Es gibt sehr viele verschiedene Krankheitsbilder. Es werden aber vier große Gruppen unterschieden: die rheumatische Arthritis, eine entzündliche Gelenkerkrankung. Dann die Arthrose, das ist eine degenerative Gelenkerkrankung. Es gibt außerdem Weichteilrheumatismus und Stoffwechselerkrankungen wie Gicht. Einige Formen kommen seltener vor. So können Rückenschmerzen auch ein Hinweis auf eine rheumatische Drüsenentzündung sein. Harte, trockene Hautstellen können auf Kollagenosen, eine rheumatische Hauterkrankung hinweisen.

Welche Form kommt am häufigsten vor?

TRapp Die rheumatische Arthritis und die Arthrose gehören zu den häufigsten Rheumaleiden.

Ist Rheuma eine typische Erkrankung älterer Menschen?

TRapp Nicht unbedingt. Es gibt viele junge Rheumatiker, sogar Kinder.

Erkranken Frauen häufiger als Männer?

TRapp Ja, das ist so. Von unseren Mitgliedern sind zwei Drittel weiblich.

Warum ist das so?

TRapp Das lässt sich nicht sagen.

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Gibt es eine genetische Vorbelastung?

TRapp Die Anlage an Rheuma zu erkranken, kann genetisch bedingt sein. Es ist aber nicht zwingend so.

Kann ich etwas tun, um eine Erkrankung zu verhindern?

TRapp Bewegung und Stressabbau sind wichtig. Die richtige Ernährung kann helfen, Beschwerden zu lindern. Dabei sollte man auf fettige Wurst und Schweinefleisch verzichten und eine entzündungshemmende Kost mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Lachs und guten Öle bevorzugen.

Welche Hilfen bietet die Rheuma-Liga in Langenfeld und Monheim an?

TRapp Wir bieten Hilfe zur Selbsthilfe an. Im Vordergrund steht die Beratung. Wir haben eine qualifizierte Rheuma-Beraterin, die in Einzelgesprächen meist Neuerkrankten Rat und Hilfe anbietet. Ganz wichtig ist es, schon bei den ersten Anzeichen einen Arzt aufzusuchen. Auch wenn nur ein Fingergelenk länger als sechs Wochen schmerzt.

Sie sagen, Bewegung sei sehr wichtig, um vorzubeugen und die Erkrankung aufzuhalten.

TRapp Ja. Wichtig sind aber gelenkschonende Übungen. Deshalb organisieren wir rund 20 Gruppen, in denen Warmwassergymnastik und Trockengymnastik angeboten werden. 13 dieser Gruppen finden bei der Sportgemeinschaft Langenfeld (SGL) und in der Virneburgschule statt, die übrigen sieben sind in Monheim im Fitness-Studio Aktivita an der Kurze Straße.

Welche Rolle spielt bei Ihnen das Miteinander?

TRapp Geselligkeit kommt nicht zu kurz. Wir organisieren beispielsweise Grillfeste und Tagesfahrten. Und jedes Jahr starten wir zu einer Fahrt in einen Kurort, wo sich die Mitglieder in den Kurkliniken über die neuesten Therapien informieren.

Wie viele Mitglieder haben Sie?

TRapp Wir haben 400 Mitglieder. Die meisten von ihnen sind über 60 Jahre alt.

Nimmt die Krankheit zu?

TRapp Nein, früher wurde die Krankheit aber nicht unbedingt erkannt.

(pc)