Wülfrath: Rheinkalk entlässt wegen der Krise 200 Mitarbeiter

Wülfrath : Rheinkalk entlässt wegen der Krise 200 Mitarbeiter

Rheinkalk reagiert auf die Wirtschaftskrise mit dem Abbau von 200 Arbeitsplätzen. Nachdem bereits einige Mitarbeiter die Gruppe verlassen haben, werden bis Jahresende rund 170 Kündigungen ausgesprochen. Statt wie zurzeit 1060 beschäftigt Rheinkalk dann nur noch 890 Männer und Frauen. Grund ist der Absatzeinbruch und die Erwartung, dass es mittelfristig keine Besserung geben wird. Gegenüber dem Vorjahr hat Rheinkalk im ersten Quartal bei gebrannten Produkten ein Minus von 38 Prozent und bei ungebrannten ein Minus von 34 Prozent zu verkraften.

In Dornap bleiben 11 Mitarbeiter

Im Werk Flandersbach verlieren von derzeit 435 Mitarbeitern 98 ihren Arbeitsplatz. 115 sollten es sein, 17 Mitarbeiter sind bereits gegangen. Der Betrieb im Werk Dornap wird "teilweise geschlossen". Zur Zeit verdienen dort noch 38 Menschen ihren Lebensunterhalt, 28 von ihnen müssen mit einer betriebsbedingten Kündigung rechnen. In der Hauptverwaltung, im Ausbildungsbereich und im Labor sind zurzeit 210 Mitarbeiter beschäftigt. Wie viele gehen müssen, wird eine Analyse zeigen, die noch nicht abgeschlossen ist.

Die Gespräche über die Kündigungen wird das Unternehmen mit dem Betriebsrat im Juni führen, sagte Peter-Josef Müllenborn, Pressesprecher von Rheinkalk. Es ist geplant, dass die ersten Mitarbeiter im Werk Flandersbach bereits zum 1. August gehen müssen, ebenso im Werk Hönnetal, wo von zurzeit 178 Mitarbeitern 31 ihren Arbeitsplatz verlieren. In Dornap ist der 1. September angepeilt, wie auch am Standort Lengerich (elf Mitarbeiter), der ganz geschlossen wird. Der Freisetzungsprozess soll bis Jahresende abgeschlossen sein.

Seit November spürt Rheinkalk (Hauptkunde ist die Stahlindustrie) die Wirtschaftskrise. Negative Nachrichten der Kunden führten dazu, dass mit dem Konzernbetriebsrat Vereinbarungen zur Arbeitszeitflexibilisierung, zur Kurzarbeit (läuft seit 1. Mai in Teilbereichen) und andere Regelungen zur Krisenbewältigung getroffen wurden. Doch dies reichte angesichts der deutlichen Krisenverschärfung zum Schutz des Unternehmens und der Arbeitsplätze bei Rheinkalk nicht aus. Die geplanten Kostenentlastungen sollen die Zukunft des Unternehmens sichern.

(RP)
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