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Kreis Mettmann: Regionalplan: IHK setzt auf eigenes Gutachten

Kreis Mettmann : Regionalplan: IHK setzt auf eigenes Gutachten

Man stelle sich vor: Wäre der neue Regionalplan, gemeinhin eine knochentrockene Materie, auf einmal ein schmackhafter Kuchen, dann gäbe es für die Städte im Kreis Mettmann nicht mehr viel zu verputzen.

Denn spätestens seit dem Alleingang der Bezirksregierung Düsseldorf, die kühn eigene Zahlen auf den Tisch gelegt hat, ist klar: Flächen für Gewerbe und Wohnungen können nicht mehr üppig und großzügig verteilt werden. Es geht mittlerweile um Reststücke dieses Kuchens, wie auf der offenen Fraktionssitzung der CDU überaus deutlich wurde. Udo Siepmann, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Düsseldorf, erläuterte, wie sich die Kommunen im Kreis im Kampf um freie Flächen wappnen können.

Er setzt auf ein Gutachten, das die IHK mit den kreisangehörigen Städten in Auftrag gegeben hat — bereits im August des vergangenen Jahres. Spätestens im November sollen die Ergebnisse in die Faktensammlung zum Regionalplan einfließen.

Die Untersuchung soll zeigen, welche Flächen tatsächlich markgängig sind, also auch wirklich genutzt werden können. Das Problem: Zurzeit sind teilweise Flächen ausgewiesen, die definitiv nicht weiter entwickelt werden können. Das verwässert die Flächenbilanz. Siepmann betonte, dass die Landesregierung insgesamt versuche, den durchschnittlichen Tagesverbrauch von Flächen von 15 Hektar auf fünf Hektar zu reduzieren. Landrat Thomas Hendele unterstrich, dass der Kreis Mettmann mit 407 Quadratkilometern der sechskleinste Kreis Deutschlands sei. Der Trend zeige, dass "gut ausgebildete Familien in den Kreis Mettmann kommen".

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Überschwapp-Effekt

Die Landeshauptstadt Düsseldorf steuere ungebremst auf die 600 000-Einwohner-Marke zu, es werde zu einem Überschwapp-Effekt kommen, den die Kommunen im Kreis kompensieren müssen. Nur wie? Siepmann ist davon überzeugt, dass ein guter Regionalplan, der den Städte Entwicklungspotenziale einräume, Wachstum gezielt fördern kann. Der IHK-Hauptgeschäftsführer, im 13. Jahr beratendes Mitglied des Regionalrates, der über den Regionalplan zu entscheiden hat, glaubt an einen konstruktiven und schnellen Dialog mit der Bezirksregierung.

Wenn alles gut geht, dann soll der neue Regionalplan im Juni 2014 verabschiedet werden. Siepmann: "Der Zeitplan ist sehr eng gesteckt." Morgen tagt der Regionalrat: Das Zahlenwerk, das die Bezirksregierung vorgelegt hat und deutlich weniger Flächen für die Kommunen einräumt, wird dann nur noch zur Kenntnis genommen. Ein Erfolg des Widerstandes im Kreis Mettmann, so Siepmann.

(RP/rl)