Mettmann: Regiobahn stellt Weichen für Ausbau

Mettmann: Regiobahn stellt Weichen für Ausbau

Geschäftsführer Joachim Korn muss bis zum 15. Juni dem Land mitteilen, wie teuer die Strecke nach Wuppertal wird.

Joachim Korn, Geschäftsführer der Regiobahn, muss noch zahlreiche Weichen stellen, bis die Regiobahn von Mettmann nach Wuppertal fährt. Zwar gibt es eine Zusage des Landes, das Projekt finanziell zu unterstützen. Doch eine schriftliche Erklärung fehlt noch, sagte Korn gestern. Zunächst muss er einen genauen Finanzierungsplan aufstellen. Dabei hilft ihm das Planungsbüro Spieckermann, das exakt berechnet, wie teuer die aufwendige Streckenführung und der Ausbau werden.

Und diese Strecke stellt eine ganz besondere Herausforderung an die Planer. Denn: Es muss eine Brücke gebaut, ein Höhenunterschied von satten 22 Metern auf einer Strecke von zwei Kilometern überwunden, eine Millionen Kubikmeter Erde umgesetzt werden.

Und dann sind da noch die Naturschützer, die ein Wörtchen bei der Planung und dem Ausbau der Strecke mitreden. Denn inzwischen haben Kröten und Lurche auf der ehemaligen Abraumhalde entlang der B 7 eine neue Heimat gefunden und die Regiobahn ist verpflichtet, ihnen ein neues Zuhause zu bieten. "Wir werden im unteren Bereich mehrere Tümpel anlegen und müssen anderthalb Jahre warten, bis die Tiere dorthin gewandert sind", sagt Korn. Doch während dieser Zeit will der Geschäftsführer nicht die Hände in den Schoß legen, sondern an anderen Stellen die Baumaschinen in Bewegung setzen.

"Ich habe eine erste Kalkulation aufgestellt. Demnach wird die Strecke rund 45 Millionen Euro kosten. Ob dies reicht oder noch mehr Geld ausgegeben werden muss, wissen wir erst, wenn die Feinplanung erstellt worden ist", sagt Korn. Bis zum 15. Juni muss die Finanzplanung stehen, die dann beim Finanzministerium abgegeben wird. Das Land, so Korn weiter, beteilige sich mit 85 Prozent an den zuschussfähigen Kosten, 20 Prozent muss die Regiobahn selbst stemmen. "Das geschieht über Kredite", sagt der Geschäftsführer. Er beziffert den Eigenanteil auf mindestens neun Millionen Euro. Das Geld will die Regiobahn "einfahren". Er geht davon aus, dass sich die jährliche Zahl der Fahrgäste von 7,1 Millionen um einiges erhöhen werde.

Joachim Korn hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, zum Fahrplanwechsel 2016/2017 die ersten Kunden auf der neuen Strecke zu befördern. Drei neue Züge müssen gekauft werden, um genügend Kapazitäten vorzuhalten.

Die alte Strecke von Mettmann nach Hahnenfurth wird zweispurig ausgebaut. Das dürfte das kleinste Problem sein, denn früher lagen dort Parallelgleise. Einhundert Meter unterhalb des heutigen Abzweigs der B 7 nach Wülfrath entsteht ein neuer Haltepunkt mit einem Park & Rideplatz für 60 Autos, Bus-Haltepunkt, einem behindertengerechten Zugang zu den Gleisen und einem Aufzug. "Ich hoffe, dass der nicht permanent beschädigt wird", so der Geschäftsführer. Die Regiobahnstrecke führt dann einspurig vom neuen Haltepunkt an der Halde entlang über eine Brücke auf das Gelände der alten Dornaper Post und mündet auf die vorhandene S-Bahn-Strecke.

Derzeit sucht Korn einen Lagerort für rund 500 000 Kubikmeter Erde, die beim Streckenbau umgesetzt werden müssen. "Vielleicht hat ja einer der Leser eine Idee oder einen großen Garten", sagte er gestern und lachte.

(RP/rl/jco/top)
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