Kreis Mettmann: Regiobahn 2010 bis Wuppertal

Kreis Mettmann : Regiobahn 2010 bis Wuppertal

Interview Geschäftsführer Joachim Korn zum Ausbau der Strecke über Dornap hinaus.

Die Regiobahn fährt auf der Erfolgsspur. Seit ihrer Inbetriebnahme im Jahr 1999 hat sich die Zahl der Fahrgäste ständig erhöht. Viele Pendler sind längst auf die Schiene umgestiegen. Seit Jahren existiert der Plan, die Regiobahn von Mettmann weiter bis nach Wuppertal zu führen. Christoph Zacharias sprach mit Regiobahn-Geschäftsführer Joachim Korn über das Projekt.

Wann wird das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen?

Korn Der Regierungspräsident bestimmt dies. Ich denke es wird Ende des Jahres sein.

Gibt es schon Einwände von Trägern öffentlicher Belange?

Korn Wir haben 28 Rückmeldungen enthalten; dabei sind auch Briefe von Anliegern. Vorwiegend geht es dabei um erforderliche Grundstückskäufe von Privaten. Einen Teil der Flächen müssen wir für die Strecke kaufen, einen Teil brauchen wir nur vorübergehend für die Bauarbeiten. Diese Flächen werden rekultiviert zurück gegeben. Ich befinde mich derzeit in Verhandlungen. Am Röttgen in Mettmann fordern Anwohner Schallschutzwände. Doch wir haben Schallschutzgutachten eingeholt. Danach besteht keine Notwendigkeit von unserer Seite aus etwas nachzubessern.

Wie weit wird die Strecke geführt?

Korn Favorit ist die Nordvariante. Sie zweigt vom Bahnhof Hahnenfurth ab, geht dann parallel zur B 7. Beim Straßenabzweig nach Wülfrath unterqueren wir die Straße. Dann geht’s weiter durchs Alte Postgebäude Dornap (es wird abgerissen) und von dort schwenken wir auf die DB-Strecke (S 9) ein. Es macht Sinn, dass die Regiobahn über Vohwinkel weiter bis nach Wuppertal-Hauptbahnhof fährt.

Was wird der Ausbau und Weiterbau der Strecke kosten?

Korn Rund 25 Millionen Euro. Es müssen etwa eine Millionen Kubikmeter Erde neben der alten Halde von Rheinkalk an der B 7 entfernt werden. Außerdem gilt es, eine Trasse mit einem Höhenunterschied von 22 Meter zu bauen.

Es gibt Überlegungen, den Streckenausbau mit Hilfe privater Gelder zu finanzieren. Was halten Sie davon?

Korn Wenn man kein Geld hat und bauen will, dann geht das nur so. Das Land sieht keine Finanzierungsmöglichkeit. Wir stehen auf Platz 15 der Prioritätenliste. Derzeit läuft eine Untersuchung, wie das Projekt mit Hilfe privater Geldgeber finanziert werden kann.

Kann die Regionbahn GmbH nicht aus dem Boot gedrängt werden?

Korn Das kann passieren. Aber es kann auch sein, dass der Hauptgeldgeber unsere Leute mit ihrem großen Know-How übernimmt. Das würde nämlich Sinn machen.

Wie viele Haltepunkte soll’s geben und wo werden sie sein?

Korn Es gibt den neuen Haltepunkt Dornap-Düssel. Der liegt etwa 50 Meter hinter dem Abzweig B 7/Wülfrath in Richtung Mettmann. Dort sind 70 Parkplätze vorgesehen. Der Haltepunkt Mettmann-Ost ist aus Kostengründen vom Tisch.

Wann wir die erste Regiobahn nach Wuppertal fahren?

Korn Wenn alles klappt, könnte das im Jahr 2010 sein.

(RP)
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