Wülfrath: Reggaeband startet durch

Wülfrath: Reggaeband startet durch

Toppaman überrascht sich mit dem Erfolg beim Kreiswettbewerb für Nachwuchsbands selbst.Ein Studioalbum mit 20 Liedern ist zurzeit in Arbeit. Am 20. Januar treten die drei Gymnasiasten in Köln auf.

Die Wülfrather Reggaekombo Toppaman wurde beim letztjährigen Bandcontest des Kreises Mettmann aus 31 Bewerbern zur besten Nachwuchsband gewählt. Für Toppaman selber kam der Sieg unerwartet – war doch der Auftritt beim Wettbewerb der erste gemeinsame und die Mitglieder erst seit einem Jahr als Gruppe aktiv: "2009 war ich auf der Suche nach Musikern, um eine eigene Reggaeband zu gründen", sagt Christian 'Toppa' Hankammer, Gitarrist und Sänger von Toppaman.

Mit den Stufenkollegen Tim Dierich (Bass) und Jan Szarny (Drums) war die passende Besetzung gefunden, das Demotape für die Teilnahme am Kreiswettbewerb bald erstellt. Zusammen mit sieben weiteren Bands durften die drei dann während eines 20-minütigen Auftritts ihr musikalisches Können zeigen – und holten direkt den mit 500 Euro Preisgeld dotierten ersten Platz. "Das war für uns unfassbar und total überraschend, weil wir als Reggaeband eigentlich etwas allein da standen", sagt Bandleader Hankammer. Im Nachhinein sehe er dieses Alleinstellungsmerkmal jedoch als überzeugendes Moment für den Sieg.

Generell sei Reggaemusik eine schwächer verbreitete Musikrichtung, da es in diesem Genre nur wenige kommerziell bekannte Künstler gebe. Hankammer selber, der vor Toppaman in Alterntativerockbands spielte, kam vor rund zwei Jahren zum Jamaikasound. Für den Abiturienten bedeutet Reggae jedoch nicht nur eine bestimmte Art von Musik, sondern viel mehr eine eigene Lebenseinstellung: "Es ist schwer zu beschreiben, aber die eingängigen Rhythmen und Grooves verbunden mit intelligenten Texten vermitteln für mich ein positives Lebensgefühl."

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Gegen Vorurteile

Auch die eigenen Songs sollen jene freie, oft sozio-kritische Denkart widerspiegeln. So thematisiert Toppaman in 'Different Colours' beispielsweise eine egoistische und triste Gesellschaft, der es an Aufgeschlossenheit gegenüber Andersartigkeiten fehlt. "Es sollte positiver und vorurteilsfreier gedacht und nicht das eigene Übel betrauert werden", so Hankammer, der für den Großteil des Songschreibens verantwortlich ist. Seine deutschen, englischen und spanischen Texte schreibt er hauptsächlich im für die Reggaemusik typischen Patois (sprich:Patwah); einem kreolsprachlichen Dialekt mit englischen Wurzeln, der vornehmlich auf Jamaika gesprochen wird. Die mittlerweile rund 20 Lieder sollen noch im Januar auf einem Studioalbum erscheinen, an dem die Band seit Dezember arbeitet. Für Toppaman bleibt daher auch das neue Jahr spannend: Nach der Albumveröffentlichung stehen die nächsten Auftritte an, um den Siegertitel würdig zu vertreten. Am 20. Januar tritt die Band beim Contest Your Gig in Köln an; zwei Tage später geht es zum Schülerrockfestival in Wuppertal und Anfang Februar steht das Emergenza Musikfestival in Bochum auf der Liste. Und sollte es einmal langweilig werden: Im Sommer stehen auch noch diverse Abiturklausuren an...

(RP)
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