Mettmann: Realschule mitgeprägt

Mettmann : Realschule mitgeprägt

Monika Denstorff, Sabine Mirabzadeh und Ulrike Kalinke, Lehrerinnen der Carl-Fuhlrott-Realschule, gehen in Altersteilzeit, beziehungsweise in den Ruhestand. Sie haben das Schulleben unterschiedlich bereichert.

Drei "altgediente" und erfahrene Lehrerinnen sind gestern in der Carl-Fuhlrott-Realschule (CFR) verabschiedet worden. Monika Denstorff (61), Sabine Mirabzadeh (61) und Ulrike Kalinke (63) haben nun mehr Zeit für ihre Hobbys. "Wir gehen mit einem weinenden und einem lachenden Auge", sagt Monika Denstorff, die seit 1975 an der Realschule Deutsch, Sozialwissenschaften und Politik unterrichtete.

Auch Ulrike Kalinke, immerhin seit 1973 Sport- und Hauswirtschaftslehrerin an der CFR, fällt der Abschied nicht leicht. "Die Schüler haben mich umarmt, da kommt schon ein bisschen Wehmut auf", sagt sie. Die lustige und burschikose Lehrerin hatte immer ein offenes Ohr für die großen und kleinen Sorgen ihrer Schüler. "Sie war eine Lehrerin mit Herz", sagt Monika Denstorff.

Schulsanitätsdienst aufgebaut

Sabine Mirabzadeh baute den Sanitätsschuldienst an der Realschule auf. "Ich wollte 1999 einmal einen neuen Akzent an dieser Schule setzen", sagt sie. Mittlerweile ist der Schulsanitätsdienst längst etabliert und im Schulprogramm verankert. Für die Französischlehrerin, die seit 1987 an der Realschule unterricht, waren die Delf-Prüfungen (Französisch mit Zertifikat) immer etwas besonders. "Fünf meiner Schüler aus der 10 haben die Prüfungen wieder mit guten Noten geschafft", sagt sie ein wenig stolz.

Monika Denstorff, die seit 1999 das Amt der 2. Konrektorin ausübte, betreute die Erprobungsstufe, organisierte das Tutoren-System, führte das Methodik-Training ein, begleitete die Elternarbeit und managte diverse Schulveranstaltungen. Kurzum: Sie hatte einen Fulltime-Job. Auf die Frage, wie sich Schule in den letzten vierzig Jahren verändert hat, betonen alle drei, dass sie mehr erzieherische Aufgaben als früher wahrnehmen mussten. "Die Familienverhältnisse sind schwieriger geworden", sagt Monika Denstorff. Und: Viele Schüler sind heute motorisch schlechter ausgebildet als frühere Schülergenerationen. "Das hängt mit dem Computer zusammen", sagt Ulrike Kalinke. "Die jungen Leute sitzen heute viele Stunden vor dem Bildschirm und bewegen sich kaum noch." Positiv bewerten die drei Lehrerinnen die Zunahme der ehrenamtlichen Engagements in der Schülerschaft. Beispiel Sporthelfer.

"Wenn man Schüler motiviert und fordert, dann erreicht man viel", sagt Sabine Mirabzadeh. Richtig, sagt Monika Denstorff. "Es ist fatal, wenn man Schüler nicht mehr fordert und sich nur noch an den leistungsschwächeren orientiert." Sie wünscht sich, dass Leistung wieder mehr Anerkennung und einen höheren Stellenwert in der Schule bekommt.

(RP)
Mehr von RP ONLINE