Mettmann: Radweg: Stelen für den Notfall

Mettmann: Radweg: Stelen für den Notfall

Eine 73-Jährige verunglückte auf dem Panorama-Radweg. In der Natur ist es in solchen Fällen nicht leicht, den Standort an den Notdienst durchzugeben. Auf dem Panorama-Radweg gibt es Nummern auf den Hinweisstelen.

Die 73-Jährige Heiligenhauserin und ihr Lebensgefährte waren auf dem Panoramaradweg in Höhe des Brockhorstweges unterwegs, als es passierte: Die Frau geriet mit ihrem Vorderrad in das Hinterrad ihres vorausfahrenden Lebensgefährten, stürzte und schlug mit dem Kopf auf. Ein Hubschrauber brachte sie in eine Essener Spezialklinik. Ein dramatisches Ende eines sicherlich schönen Sonntagsausflugs in der Natur.

Ein Fall, der nachdenklich stimmt. Denn wie kann man eigentlich mitten in der Natur in einem Notfall seinen genauen Standort durchgeben? Auf dem Panorama-Radweg ist dies relativ einfach, denn dort gibt es im Abstand von maximal 800 Metern rote Stelen, die mit einer Nummer versehen sind.

"Wenn man diese Nummer beim Notruf durchgibt, weiß der Rettungswagenfahrer sofort, wohin er genau fahren muss", erklärt Gisbert Böcker von den Technischen Betrieben der Stadt Velbert, der für den Internetauftritt des Panorama-Radweges verantwortlich ist.

Standpunkte sind bekannt

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Die genauen Standpunkte der Stelen seien bei den Leitstellen hinterlegt, genau so wie die kürzeste Anfahrt zu den einzelnen Stelen. Richtige Notrufsäulen wie auf den Autobahnen, an denen man direkt einen Notruf absetzen kann, gibt es hingegen nicht. "Es gibt lediglich Telefone, an denen ich Hilfe bei technischen Defekten am Fahrrad bekommen kann", teilte Hans-Joachim Blißenbach, Sprecher der Stadt Velbert, mit.

Auf Radwegen in Deutschland gibt es zudem ein weiteres System, das man im Notfall nutzen kann. Denn auf den rot-weißen Radwegwegweisern hat der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) Aufkleber mit fortlaufenden Nummern anbringen lassen.

Die seien eigentlich dafür gedacht, Mängel oder Schäden an den Wegweisern zu melden. "Trotzdem kann es im Notfall hilfreich sein, diese Nummer durchzugeben und die Polizei auf die Karte im Internet hinzuweisen", meint Ulrich Kalle, Geschäftsführer des ADFC in Nordrhein-Westfalen. Die Übersicht über die Wegweiser sind im Internet zu finden unter www.radverkehrsnetz.nrw.de. Kalle rät, immer die 112 statt der 110 anzurufen.

"Die Leute vom Notruf sind im Zweifel fitter, was das angeht", sagt er. Die Möglichkeit, Handys orten zu lassen, ist auch heutzutage noch sehr beschränkt. "Wir müssen dafür zunächst den Provider anrufen und ihn bitten, den Standort an uns rauszugeben", erklärt Polizeisprecher Ulrich Löhe. Das sei vor allem dann schwierig, wenn Leute bei einem Vertragswechsel ihre alte Rufnummer zu einem neuen Provider mitnehmen. Bei der Kreisleitstelle der Feuerwehr spricht man von "Stunden", die bis dahin vergehen könnten.

(RP/rl)
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