Wülfrath: Radfahrer mögen Stopp am Zeittunnel

Wülfrath: Radfahrer mögen Stopp am Zeittunnel

Der Zeittunnel existiert seit zehn Jahren. Besucher wünschen sich mehr Attraktionen für Kinder.

Noch immer traumhaft entrückt berichtete mancher Gast am Samstagnachmittag beim 10. Geburtstag des Zeittunnels vom Zirkuszauber des Abends zuvor. Das Theater Feuervogel hatte auf der kleinen Freiluftbühne die vier Erdelemente zur pupillenweitenden Alchemie-Schau verschmolzen. Am Tag nach dem Farbrausch gab es keine Katerstimmung, vielmehr war entspanntes Seelenbaumeln oberstes Gebot. "Jetzt geht es so langsam los." sprach Tunnelleiterin Andrea Gellert, als die Feier bereits zwei Stunden im Gange war.

Am Eingang erwartete eine E-Bike-Präsentation die Besucher. Der gut angenommene Panoramaradweg drängte auch Gellert die Frage auf, ob neben einer durch ein Gutachten empfohlenen Investition zum Aufbau eines Erlebnisparks samt Klettermöglichkeiten, der Tunnel nicht auch zur Fahrradstation ausgebaut werden sollte: "Grundsätzlich könnte ich mir das vorstellen. Das wäre eine schöne Sache." E-Bike-Enthusiast Burkhart Dress führt seit Juni vergangenen Jahres das Geschäft "Pro-E-Motion" in Wülfrath, wo er Verkauf, Verleih und Ausflugstouren anbietet und hat ein stationäres Verleihkonzept vorgestellt, durch dass der Tunnel mehrere Tausend Euro im Jahr einnehmen könnte.

Auch Sascha Petry von der Fahrradschmiede unterbreite der Stadt und dem Tunnel schon Kooperationspläne. Einen aufstellungsbereiten Schlauchomat, an dem die zahlreichen Plattengeplagte jederzeit Materialersatz ziehen könnten, hat er bereits auf Lager. Doch wie Dress hat er die Erfahrung gemacht, dass vor einer Klärung der Tunnelzukunft alle Vorschläge im Ungewissen versanden. Die beiden Tönisheider Andrea Benjamin und Oliver Lange waren extra zum Testfahren vorbeigekommen und meinten einig: "Der Zeittunnel darf nicht sterben, hier muss es weitergehen." Die Musikfreunde Wülfrath spielten eine zünftige Version von Henry Mancinis "Wer hat an der Uhr gedreht" .

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Uhu Uwe, das eindrucksvolle Maskottchen mit orangefarbenen Hypnoseaugen, schien trotz seines dichten Federkleids die Hitze gut zu vertragen. Auch der niederrheinische Clown Pepe drehte unermüdlich mit seinem aus einer holländischen Friedhofskarre selbstgebauten "Rollenden Wahnsinn" seine Kreise. Durch die Skulpturenausstellung führten die passionierten Steineschmeichler Elke Voß-Klingler und Claus Klingler mit erhellenden Erläuterungen zum niemals endenden Schaffensprozess. Im Schacht bewies das Kalkstädter Flötenensemble die Existenz einer hervorragenden Tunnelakustik.

Die Best Ager Hans-Günter Onstein und Curt Kremer aus Heiligenhaus unternehmen gerne gemeinsame Bustouren wie diesen zum Zeittunnel. Einem Erlebnispark könne er nicht viel abgewinnen. Stattdessen wünsche er sich einen Wanderweg entlang der Bruchkante oder einen Badesee im Kessel. Recht spontan hatten sich Sebastian Grothe und Anne von Nordheim aus Wuppertal zum Tunnelbesuch mit ihren Kindern entschieden: "Für Kinder zwischen drei und zehn Jahren müssen einfach Aktivitäten wie Klettern und Springen angeboten werden."

(lard)
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