Wülfrath Rad-Touristen sind gefragt

Düsseldorf · Gemeinsam mit dem Kreis vermarkten die Städte Heiligenhaus, Wülfrath und Velbert den "Panorama-Radweg". Am 16. Juli ist Eröffnung. Landrat Hendele: "Das ist unser größtes touristisches Projekt."

Der Panorama-Radweg Niederbergbahn soll ab Sommer fast steigungsfrei Wülfrath mit Heiligenhaus und Velbert verbinden. Der Kreis Mettmann und die drei Städte luden zu einem "Unterstützertag" ins Immanuel-Kant-Gymnasium in Heiligenhaus ein. Die Initiatoren sehen in dem Radweg eine Chance für die Region. Mit ihm soll der Tourismus angekurbelt werden. Eingeladen waren viele Gäste aus Politik, Verwaltungen, Vereinen, Verbänden und Institutionen. Sie sollten von den Chancen des Millionenprojekts hören, bevor die 22 Kilometer lange Strecke zwischen Kettwig und Wülfrath am 16. Juli eröffnet werden wird.

500 Wege in Deutschland

Vom "größten touristischen Vorhabens im Kreis Mettmann", sprach Landrat Hendele. Der Bahntrassen-Radweg-Experte Achim Bartoschek ordnete das Vorhaben unter anderem statistisch ein: "In Deutschland gibt es etwa 500 solcher Wege, von der kurzen innerstädtischen Verbindung bis zur 70-Kilometer-Strecke. Bahntrassen-Radwege verlaufen in Deutschland inzwischen auf rund 4000 Kilometern." In den USA seien es 30 000 Kilometer, in Europa 15 000.

Landrat Hendele erinnerte an die Geschichte des Projekts. Es kam zustande, weil die Wiederbelebung der Bahntrasse in alter Funktion (Circle Line) 90 Millionen Euro gekostet hätte und sich folglich nicht rechnete. Insofern machte man aus der Not eine Tugend: Mit zwölf Millionen Euro Landeszuschuss, das sind drei Viertel der Gesamtkosten, ist nun dafür gesorgt, dass die Bahntrasse nicht nur konserviert, sondern auch nutzbar sein wird. Vor allem, weil die Planer den Anschluss ans überregionale Radwegenetz fest im Blick haben. Damit tun sich "phänomenale Entwicklungschancen" auf, wie Annette Nothnagel von der Bergischen Entwicklungsagentur prognostizierte. "Vermarktbare Strecken beginnen bei einer Länge von 100 Kilometern."

In einem Monat wird damit begonnen, die Strecke (mit 13 Zugängen) zu asphaltieren. Ende Mai soll der Radweg fertig sein. Der Abschnitt auf Wülfrather Stadtgebiet ist knapp acht Kilometer lang. Wülfraths Kostenanteil hätte 1,8 Millionen Euro betragen. Wegen der finanziellen Notlage der Stadt ist der Kreis Mettmann eingesprungen.

Auch im Bergischen hat man neuerdings Rad- und Tagestouristen im Blick, die neue Trasse des Panorama-Radwegs ist ein Mosaikstein des Konzepts. Die Berechnung: "Ein Tagestourist gibt – bei entsprechendem Angebot – 26 bis 28 Euro aus. Kommt eine Übernachtung hinzu, sind es bis zu 100 Euro", so die Erfahrung der Agentur. Bisher werden im Kreis im Bereich Touristik rund 370 Millionen Euro pro Jahr erwirtschaftet.

Von Beate Haverkamp (Büro fundamente fundraising + kommunikation) erfuhren die potenziellen Unterstützer, was sie tun können, um das Projekt voranzubringen. Denn: "Der Weg wird so schön, wie Sie ihn gestalten." Das könne laufen über Spenden, Sponsoring und Engagement – wobei die Übernahme von Pflege-Patenschaften nur ein denkbarer Ansatz sei.

(RP)
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