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Erkrath: Quartierfest gefeiert

Erkrath : Quartierfest gefeiert

Begegnungsstätte und Altenheime öffnen sich für alle Generationen. Schüler fahren Senioren mit Rollstühlen und zeigen an der Wii-Konsole, wie ältere Menschen boxen oder Tennis spielen können.

Das Miteinander und das gemeinsame Leben alter und junger Menschen in einem gemeinsamen Umfeld wurde gestern beim Erkrather Quartierfest gefeiert und gelebt. Das Projekt "Im Quartier bleiben", das seit 2007 vom NRW-Gesundheitsministerium gefördert wird, erfuhr einen Höhepunkt. Mehrere Standorte waren beteiligt: Die Begegnungsstätte der Caritas an der Gerberstraße, das katholische CBT Altenheim und das evangelische Altenheim Haus Bavier sowie Haus Bodelschwingh. Das größte Programmangebot fand im evangelischen Altenheim statt, denn dort fand gestern gleichzeitig das Sommerfest statt. "Wir wollten keine Konkurrenzangebote machen und haben unser Frühlingsfest schon Ende April gefeiert", sagte Sabine Dreißigacker vom CBT-Organisationsteam. Dort gab es süße Speisen im Sonderangebot.

Geben und Nehmen

Die Eröffnung des Quartierfestes fand in der Begegnungsstätte Gerberstraße statt. Bürgermeister Arno Werner eröffnete dort die sogenannte "Give Box" ein. Begegnungsstätten-Leiterin Monika Thöne hatte die Idee dazu. In einem kleinen Holzhäuschen mit Regal darf jede/r brauchbare Gegenstände ablegen oder von dort mitnehmen. "Das Geben und Nehmen wird auf diese Weise demonstriert", sagt Monika Thöne. Im Nu war das Regal am Sonntag gefüllt. Gebaut hatte das Haus der Rentner Bruno Werner aus 26 Einzelteilen. Das Fundament: eine Europalette vom Rewe-Markt nebenan. Bemalt wurde das Holzhaus von den Künstlern Ralf Buchholz und Ivona Sdnuek.

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Der Leierkastenmann Norbert Sinofzik gab der "Hauseinweihung" den musikalischen Rahmen. Im Haus Bavier und Haus Bodelschwingh wurde auf allen vier Etagen geschminkt, gegrillt, gesungen und gebastelt. Realschullehrerin Barbara Rinke war mit 13 Schülern der Stufe 8 in Aktion, um alte Menschen in ihren Rollstühlen auf Wunsch von A nach B zu fahren. Die Schüler hatten zuvor den Rollstuhlführerschein gemacht und dafür auch selbst im Rollstuhl gesessen. Die Hochdahler Gymnasiasten vom Projekt Sozial Genial betreuten am Nachmittag ein Wii-Konsole, damit die Alten auch mal Boxen oder Tennis spielen konnten.

Die Sozialpädagogin Susanne Berg, im evangelischen Altenheim zuständig für das Projekt "Im Quartier bleiben", sagt: "Das Land NRW sammelt viele kleine Ideen, damit die Alten im Quartier wohnen bleiben können und sich wohl fühlen". In Erkrath gehen auf das Konto des Projektes unter anderem der Bürgerbus und das Aufstellen von Bänken. Projektbegleiterin und -koordinatorin in Erkrath, Mönchengladbach und Duisburg ist im Auftrag des Gesundheitsministeriums Susanne Tyll. "Hemmschwellen zwischen dem Leben draußen und den Altenheimen sollen abgebaut werden", sagt sie. "Unser Ziel ist es, dass für alle Bürger ein Altenheim genau so selbstverständlich offen ist wie zum Beispiel eine Bücherei".

(gund)