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Erkrath: Pünktlich zum Karnevalszug scheint die Sonne

Erkrath : Pünktlich zum Karnevalszug scheint die Sonne

"Sonn Sauerei – wann kütt de Brück?" heißt es am Brockerberg-Wagen. Auf der Biwak-Bühne heizt Gaby Bunk dem Narrenvolk ein.

"Sonn Sauerei — wann kütt de Brück?" heißt es am Brockerberg-Wagen. Auf der Biwak-Bühne heizt Gaby Bunk dem Narrenvolk ein.

Einen närrischen Spitzbubenscherz erlaubte sich Wettermacher Petrus am Samstag anlässlich des Karnevals in Erkrath. Erst schickte er Schnee und Hagel vom Himmel, dann ließ er pünktlich die Sonne über dem Bavierplatz lachen. Unter der Markthalle ging beim Biwak der Letzten Hänger die Post ab, doch auch an vielen anderen Orten der Stadt bildeten sich wilde Feiergemeinschaften.

Der Förderverein der Albert-Schweitzer-Schule bereitete sich am heimischen Schulhof auf den Umzug vor. Alfred Niek, Baas der Ercroder Jonges, hatte nicht nur einen historischen Deutz-Trecker, sondern auch eine entfesselte Fußtruppe, die sich "Die Leute vom Brockerberg" nennen, zur Verstärkung mitgebracht. Mit ihnen hatte er den Wagen gestaltet, der unter dem Motto "Sonn Sauerei — wann kütt de Brück?" die andauernde Brückensperrung an der Düsselstraße anprangerte und die Erkrather Bürgermeister als Neanderthaler zeigte.

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Niek klagt an: "Die machen alles kaputt. Deswegen haben die auf dem Bild eine Hacke in der Hand." Treckerfahrer Horst Menzel sagt: "Am Brockerberg wohnen sehr viele ältere Herrschaften, die seitdem einen riesigen Umweg machen müssen." Bei der Kostümprobe schlüpft Niek in sein rosa Karnickelfell, während sich die Fördervereinler als Maler und Anstreicher verkleideten.

Der Weg zum närrischen Erkrather Zentrum führte an der Düsselbrücke vorbei: "Neubau erfolgt vermutlich im Frühjahr 2013" steht dort auf einem Schild. Auf der Biwak-Bühne heizten Moderatorin Gaby Bunk und Musikant Lolo mit dem aktuellen Mottoschlager "Den Erkrather Jeck haut so schnell nichts weg" im Sambastil ein. Die Närrischen Schmetterlinge und der Karnevalausschuss Unterbach präsentierten ihre Prinzenpaare und Tanzgarden.

Als besonders souverän trat die kleine Schmetterlings-Venetia in Erscheinung: "Ich vertrete die Farben von Deutschland und Griechenland." verkündete sie stolz und verlieh präsidentenhaft ein paar Orden.

Auf dem Gerberplatz teilten sich den umkämpften Titel des lautesten Wagen in diesem Jahr die DLRG und die Grünen. Letztere hatten ihren Wagen noch mit dem Spruch "Lasst euch nicht anbaggern." aktualisiert. Auch viele weit- und kurzgereiste Gäste zogen wieder beim Lindwurm mit, wie die Hubbelrather Dorfmusikanten in feschen Blaudruckhemden.

Als Schlümpfe musizierte das Wupper-Musik-Corps, während das Ruhr-Sound-Orchester Essen eine eingängige Marschversion von "Ein Stern, der deinen Namen trägt" schmetterte. Dass Alfred Niek mit seiner Brückenschelte den richtigen Nerv getroffen hat, bestätigte der Mottowagen "Über sieben Brücken könnste gehen." Auf seinen Schildern war zu lesen: "Hee Verwaltung opjewacht. Hädse ma früher dee Pensel on de Hämmer jeschwunge, wäred nit so wiet jekomme. Jroß, de Erkrath City Werbegemeinschaft".

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das war der Erkrather Karnevalsumzug

(rl)