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Prozess um mutmaßlichen Vergewaltiger in Mettmann wird fortgesetzt

Mettmanner vor dem Landgericht : Verteidigung bezichtigt Opfer der Falschaussage

Eigentlich hätte der Prozess jetzt zu Ende gehen sollen. Nun gibt es neue Beweisanträge der Verteidigung. Damit ist das Ende offen.

Schon der erste Prozess gegen einen 28-Jährigen Tunesier, der seine 15 Jahre ältere, deutsche Ehefrau über zwei Jahre hinweg in der gemeinsamen Wohnung vergewaltigt haben soll, hatte sich über Monate hingezogen. Die damaligen Verteidiger waren von der Unschuld ihres Mandanten überzeugt und bezichtigten das vermeintliche Opfer der falschen Verdächtigung.

Ziel der Frau sei es gewesen, den Kontakt des Angeklagten zum gemeinsamen Sohn zu verhindern. Ein Befangenheitsantrag der Verteidigung gegen den Vorsitzenden Richter war erfolglos geblieben, nach beinahe 30 Verhandlungstagen wurde der Tunesier zu sechs Jahren Haft verurteilt. Der BGH hob das Urteil auf und der Fall wird nun von einer anderen Kammer neu aufgerollt.

Wieder hagelt es Beweisanträge, wieder wurde ein Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden abgelehnt und auch das jetzige Verteidigerteam kämpft – von der Unschuld des Mandanten überzeugt – gegen ein Gericht an, das bereits verkündet hat, von der Täterschaft des Angeklagten überzeugt zu sein. Der Angeklagte dürfte also erneut wegen Vergewaltigung verurteilt werden.

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Dabei gibt es berechtigte Zweifel an den Tatvorwürfen und der Glaubwürdigkeit eines vermeintlichen Opfers, das offenbar alles versucht hat, um den Kindsvater „anzuschwärzen“. Bereits vor der Anzeige soll die Frau behauptet haben, ihr tunesischer Ehemann wolle sich eine Waffe besorgen, um „sich gegen die Deutschen zu wehren“. Zuvor hatte sie ihn schon bezichtigt, den eigenen Sohn missbraucht zu haben, - zumindest diesen Vorwurf hatte sie später selbst zurückgezogen. Die Ermittlungen wegen des Waffenbesitzes und des Vorwurfs des islamistischen Terrorismus wurden eingestellt.

Für die von der Frau beim Mettmanner Amtsgericht geäußerte Vermutung, der Ehemann wolle den Sohn nach Tunesien entführen, hatte man dort keine Anhaltspunkte gesehen. Am Ende blieb der Vergewaltigungsvorwurf. Das Opfer will den Sex abgelehnt haben, um dann erst Anzeige zu erstatten, als der Angeklagte angekündigt haben soll, einen Reisepass für den Sohn beantragen zu wollen. Ihrem Schwiegervater soll die Frau gesagt haben, dass sie ihre Vorwürfe zurücknehme, wenn dessen Sohn auf das Sorgerecht für das gemeinsame Kind verzichte.

Auch soll sie den zwischenzeitlich selbst mit Trennungsabsichten befassten Angeklagten zum Bleiben gedrängt haben.  Der 28-Jährige sei finanziell abhängig gewesen und sie habe ihm keinen Unterhalt zahlen wollen. Auch den Wunsch nach einem weiteren Kind soll die Frau geäußert haben – all das in der Zeit, in der sie vom Angeklagten mehrfach vergewaltigt worden sein soll, wie sie vor Gericht aussagte. Der Prozess, der wohl keine neue Wendung mehr bringen wird, geht weiter.