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Erkrath: Protest mit neuem Logo

Erkrath : Protest mit neuem Logo

Naturschutzgemeinschaft: Unterschriften gegen die Bebauung der Neanderhöhe sammeln.

Das neue Logo der Naturschutzgemeinschaft Neandertal (NSG) im Protest gegen das von der Stadt geplante Gewerbe- und Wohngebiet auf der Neanderhöhe wirkt auf den Betrachter drohend und anklagend: Entschlossen richtet Gott seinen Zeigefinger auf seinen Sohn Jesus und den Rest der Menschheit. Und Er sprach: „Seht für euch habe ich ausgesät, wollt ihr Ödnis ernten?“ Daneben steht in schwarzen Lettern: Keine Bebauung der Neanderhöhe. Dirk von Salzen als Designer suchte sich zur Inspiration für die Kampfansage der Naturschützer an die Stadt kein geringeres Werk als die „Schöpfung“ von Michelangelo.

Flyer und Plakate

Auf der Versammlung im Naturschutzzentrum Bruchhausen präsentierte der Künstler das neue Logo. Die Grafik soll für Aufkleber, Flyer und Plakate genutzt werden. „Wir wollen keine bis zu 15 Meter hohen Hallen auf den Feldern“, erklärt Wolfgang Sternberg, Sprecher der Initiative. Die NSG befürchtet eine großflächige Zerstörung der Neanderhöhe und eine erhebliche Beeinträchtigung des weit über die Stadtgrenzen Erkraths und Mettmanns bekannten Neandertals. „Dann würden nur noch 50 Meter das Gewerbegebiet vom Flora-Fauna-Habitat-Gebiet trennen“, betonte Sternberg besorgt. „Das wäre eine absolute Katastrophe für das wichtige naturhistorische Gebiet.“

Die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie wurde von der Europäischen Union beschlossen, um die Natur zu schützen. Außerdem sind die Grünflächen rund um das Neandertal Jagdgebiet für streng geschützte Arten wie Mäusebussard oder Fledermäuse. Die Ackerböden auf der Neanderhöhe gelten als besonders hochwertig und werden nach der Einschätzung von Fuhrhalter Elmar Stertenbrink seit über 1500 Jahren für den Ackerbau genutzt.

Dem Widerstand angeschlossen haben sich auch der Bürgerverein Hochdahl um die Vorsitzende Bärbel Auer sowie die Grünen und die Bürger mit Umweltverantwortung (BmU). Die Interessengemeinschaft Erkrath mit ihrem Vorsitzenden Wolfgang Cüppers, Teil der Protestbewegung gegen die Kohlenmonoxid-Pipeline von Bayer, überlegt ebenfalls, sich anzuschließen und bot Hilfe für das Besorgen von Material, Plakaten oder Bannern an.

Am Samstag gibt’s als Öffentlichen Protest einen Info-Stand auf dem Hochdahler Markt. Dort sind Informationsgespräche sowie eine Unterschriftenaktion geplant. Demnächst wird die Planung im Fachausschuss der Stadt offengelegt. „Das geschieht allerdings frühestens am 17. Juni und bis dahin müssen wir vorbereitet sein“, erklärt Sternberg.

(RP)