Projektbilanz: In Mettmann-West ist noch jede Menge zu tun

Mettmann : In West ist noch jede Menge zu tun

Das für den Stadtteil wichtige Quartiersprojekt von Diakonie und Awo soll noch um ein Jahr verlängert werden.

Seit drei Jahren haben sich Diakonie und Awo die seniorengerechte Quartiersentwicklung für Mettmann-West auf die Fahnen geschrieben. An Ideen mangelt es nicht, nur gestaltet sich die Umsetzung teilweise schwierig – auch aus rechtlichen Gründen. Zum Abschluss des dritten Projektjahres haben die Organisatoren nun Vertreter aller beteiligten Vereine und Verbände zur Stadtteilkonferenz ins Gemeindezentrum Donaustraße eingeladen.

„Das Projekt sollte eigentlich nach drei Jahren abgeschlossen sein, aber das ist es noch nicht. Wir werden ein viertes Jahr dranhängen“, sagte Hans Dunker von der Awo zu Beginn. Dem Ziel, das Nachbarschaftsgefühl zu aktivieren und mehr Teilhabe-Angebote für Senioren zu schaffen, sei man aber ein gutes Stück näher gekommen. So wurde das sogenannte „Töttercafé“ ins Leben gerufen.

Diakonie, Awo, die Stadt Mettmann und die Evangelische Kirchengemeinde (EKG) stehen hinter der monatlichen Veranstaltung, die an jedem vierten Donnerstag von 10 bis 12 Uhr im Gemeindezentrum stattfindet. Für einen Unkostenbeitrag von drei Euro kann sich jeder am Frühstücksbuffet bedienen. Das wichtigste dabei sei, ins Gespräch zu kommen.

Weitere Treffpunkt-Angebote sind die „Pflanzentausch- und Plauschbörse“ jeweils im Frühling, und die IT-Schulung für Senioren. In einer digitalisierten Welt seien Senioren oft von vielen Kommunikationsformen abgeschnitten. Bei der Awo können sie ihre Scheu vor modernen Geräten ablegen und die Bedienung von Smartphone, Tablet und Social-Media-Plattformen lernen.

Zum Üben biete sich das Netzwerk „nebenan.de“ an: „Das ist wie Facebook. Nur dass man sich in der eigenen Nachbarschaft bewegt“, sagt Hans Dunker. Einfach die Postleitzahl eingeben und eventuell noch auf den Stadtteil klicken, schon kann es losgehen. „Unsere IT-Schulung kommt bei Älteren sehr gut an“, so Dunker; „wir würden es gerne verstärkt anbieten, etwa im Rahmen der Töttercafés“.

Schwieriger gestaltet sich die Umsetzung eines Besuchsdienstes. „Dafür haben wir nicht die Ressourcen, das muss woanders her kommen“, sagt Irmgard von der Heiden, Regionalleiterin bei der Diakonie. Eine gute Abstimmung aller Vereine ist notwendig. Die Katholische Kirchengemeinde bietet schon einen Besuchsdienst an, bei der EKG befindet er sich noch im Aufbau und soll im Herbst 2020 an den Start gehen.

Problematisch seien die Identifizierung möglicher „Kunden“ wegen Datenschutzrichtlinien, sowie die erste Kontaktaufnahme. Wer macht schon einem Fremden die Tür auf? Vielversprechender scheine eine Kooperation mit dem Berufskolleg und verschiedenen Kitas. Wenn sich Jung und Alt nach dem Motto „Neugier trifft Erfahrung“ austauschen können, profitierten alle davon.

Das Netzwerk hatte im April auch eine Stadtteilbegehung durchgeführt, um Problempunkte wie fehlende Beleuchtung oder Stolperfallen zu dokumentieren. Dabei sei auch klar geworden, dass es zu wenige Begegnungspunkte im Quartier gebe. „Da ist der Karpendeller Weg und vielleicht noch die Nourneystraße, aber wir brauchen mehr“, sagt Hans Dunker. Da Mettmann-West ein reines Wohngebiet ist, fehlt ein zentraler Marktplatz.

Man wolle sich aber dafür einsetzen, dass am Ringcenter Behindertenparkplätze ausgewiesen werden. Alle zukünftigen Angebote des Netzwerks sollen unter dem Label „Wir sind Nachbarn“ firmieren, um die Unabhängigkeit von Kirchen und Verbänden zu unterstreichen.

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